Introitus zum 6. Sonntag nach Pfingsten:

 

Dominus fortitudo plebis suæ, et protector salutarium Christi sui est: salvum fac populum tuum, Domine, et benedic hereditati tuæ, et rege eos usque in sæculum. (Ps.ibid. 1) Ad te, Domine, clamabo, Deus meus, ne sileas a me: ne quando taceas a me, et assimilabor descendentibus in lacum.

 

 Der Herr ist Seines Volkes Stärke und Seines Gesalbten rettender Beschützer. Errette, Herr, Dein Volk, segne Dein Eigentum, sei Du in Ewigkeit ihm Lenker. (Ps.ebd.1) O Herr, ich ruf zu Dir; mein Gott, o wende Dich nicht stumm von mir hinweg; denn bleibst Du stumm für mich, so gleich ich jenen, die ins Grab hinuntersteigen.


Kardinal Marx lässt sich auf dem Weg der Protestantisierung der katholischen Kirche in Deutschland nicht aufhalten - von Nichts und Niemandem

 

 

Seit 2013 wird die Kirche von einem argentinischen Papst regiert, doch hinter ihm steht nicht so sehr Argentinien, sondern Deutschland. Das „deutsche Pontifikat“ der Kirche, jenes von Benedikt XVI., endete nicht am 28. Februar 2013, sondern setzt sich fort – bis heute –, allerdings seit bald sechseinhalb Jahren unter ins Gegenteil verkehrten Vorzeichen. Die Architekten dieses „anderen deutschen Pontifikats“ waren unter anderen die Kardinäle Walter Kasper und Karl Lehmann. Kasper stieg unter Franziskus sofort zum „Theologen des Papstes“ auf und gibt die großen inhaltlichen Linien des Pontifikats vor. Der mächtige Mann dahinter ist Kardinal Reinhard Marx.

Der Erzbischof von München-Freising gilt als eingefleischter Machtmensch. Der Aufstieg des Multifunktionärs scheint unaufhaltsam. Er ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal, Vorsitzender des Wirtschaftsrates des Vatikans und einer der einst neun (derzeit nur mehr sechs) Berater von Papst Franziskus im C9-Kardinalsrat für die Kurienreform und die Leitung der Weltkirche. Bis 2018 war er auch Vorsitzender der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), in der die Bischofskonferenzen der EU-Mitgliedsstaaten organisiert sind.

Es könnte aber noch mehr gehen.

 

Zusätzliches Amt für Kardinal Marx?

 

Sollte die neue apostolische Konstitution für die Römische Kurie in der derzeit vorliegenden Fassung von Papst Franziskus in Kraft gesetzt werden, wird Kardinal Marx, nächster Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche. Das Amt des Camerlengo ist in der römischen Hierarchie eine „mächtige Position“, wie die verdiente deutsch-amerikanische Historikerin Maike Hickson erinnert. Bei LifeSiteNews machte sie auf den möglichen, bevorstehenden Karrieresprung von Kardinal Marx aufmerksam.

 

Der Kardinalkämmerer wird zum wichtigsten Mann an der Römischen Kurie, sobald ein Papst stirbt. Er führt in der Zeit der Sedisvakanz, der papstlosen Zeit, die Staatsgeschäfte und organisiert das Konklave zur Wahl des neuen Papstes. Der Einfluß, der durch dieses Amt geltend gemacht werden kann, liegt in den Absichten seines Amtsinhabers. Ein Kardinal Marx könnte es anders handhaben als beispielsweise Kardinal Tarcisio Bertone, der Kardinalkämmerer während der künstlichen, da nicht durch den Tod eines Papstes zustandegekommenen Sedisvakanz von 2013 war.

 

Am 5. Juli 2018 war Kardinal Jean-Louis Tauran verstorben, der seit 2014 das Amt innehatte, ohne daß er jenseits von protokollarischen Momenten damit wirklich zur Geltung kam, da es in seiner Amtszeit keine Sedisvakanz gab. Papst Franziskus ließ sich lange Zeit, einen Nachfolger zu ernennen, der nach seinem Tod die Kirche in der heikle Übergangsphase zu leiten haben wird. Am 14. Februar 2019 ernannte er den von ihm zum Kardinal kreierten Kevin Farrell zum neuen Camerlengo. Farrell erlebte unter Papst Franziskus einen steilen Aufstieg. Er wurde zum Präfekten des neuerrichteten Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben und mit Purpur eingekleidet. Der US-Amerikaner wird mit Ex-Kardinal Theodore McCarrick in Verbindung gebracht, zu dessen Clique er gehört.

 

Kontrolliert Kardinal Marx den Papst?

Es deute einiges darauf hin, so Hickson über Kardinal Marx, „daß er sogar die Kontrolle über Papst Franziskus hat“.

Im Februar 2014 rief Kardinal Kasper die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten aus. Zwei Familiensynoden sollten die Forderung umsetzen. Als es aber heftige Widerstände dagegen gab, drohte Kardinal Marx, daß die deutschen Bischöfe einen Alleingang machen würden, sollte die Sache länger aufgeschoben werden.

„Wir können nicht warten, bis eine Synode sagt, wie wir hier Ehe- und Familienpastoral zu gestalten haben. Wir sind keine Filialen von Rom“,

ließ er über die Medien ausrichten, was als offene Drohung zu verstehen war.

Der deutsche Alleingang wurde von Papst Franziskus mit dem umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia abgesegnet. Seither kann jede Bischofskonferenz und jeder Diözesanbischof seinen Alleingang umsetzen.

 

Ähnliches wiederholte sich in noch radikalerer Form 2018, als die Deutsche Bischofskonferenz mit Mehrheitsbeschluß im Februar die Zulassung protestantischer Ehegatten zur Kommunion festlegte. In den folgenden Monaten blockierte die römische Glaubenskongregation den deutschen Vorstoß. Kardinal Marx wandte sich darauf direkt an Papst Franziskus, der die Widerstände brach. Nach außen entstand der Eindruck eines jener für das derzeitige Pontifikat nicht untypischen Verwirrspiele. Papst Franziskus verschleierte seine Haltung hinter einem schwer zu durchdringenden Schlängelkurs widersprüchlicher Aussagen. Fakt ist aber, daß er dem deutschen Sonderweg, grünes Licht erteilte. Daran ließ Kardinal Marx keinen Zweifel.

Ob er aus eigener Überzeugung oder wegen der deutschen Erpressung so handelte – schon unter Benedikt XVI. lag das Wort vom drohenden oder angedrohten deutschen Schisma in der Luft –, spielt letztlich in der Sache keine Rolle.

Kardinal Marx als Vorsitzender der Bischofskonferenz ließ die skandalöse deutsche Handreichung gegen den Willen der Glaubenskongregation im Juni 2018 veröffentlichen. Franziskus hielt Marx in Rom den Rücken frei.

Die Glaubenskongregation, von Franziskus in seinem Sinne umbesetzt, wagte keine Schritte gegen den Vorstoß zu unternehmen. Seit Juli 2018 setzen mehrere deutsche Bistümer die Kommunion für die Protestanten um, ohne daß der Skandal in der deutschen Kirche oder der Weltkirche zu einem Aufschrei geführt hätte. Ein weiterer Präzedenzfall wurde geschaffen. Auch das ist diesem Pontifikat beliebt – je stillschweigender, desto besser.

Hickson erinnert an ein Pressegespräch, das Kardinal Marx Ende 2018 in München gab, bei dem er stolz seine erfolgreiche Intervention in Rom ausbreitete. Die Interkommuniondebatte sei zunächst ein „Fiasko“ gewesen und der öffentliche Konflikt – mit der Glaubenskongregation einigen Bischöfen – habe „dem Ansehen der Bischöfe geschadet“. „Schaden“, daran ließ der mächtige Kardinal keinen Zweifel, hätten dabei jene angerichtet, die sich seinem Kurs in den Weg stellten, also die Minderheit der deutschen Bischöfe, die den Interkommunionbeschluß der Bischofskonferenz nicht mitgetragen haben, und die römische Glaubenskongregation.

Kardinal Marx brachte bei dem Pressegespräch in zwei Sätzen sein Kirchenverständnis und sein Machtbewußtsein zum Ausdruck:

„Ich bin dementsprechend noch einmal nach Rom gefahren, um einzugreifen … und habe ganz klar gesagt, daß das nicht akzeptabel ist.“

Jeder Bischof solle selbst entscheiden können:

„Es wird sowieso gemacht.“

„Es wird sowieso gemacht“ als Maßstab für das kirchliche Handeln zu zentralen Glaubensfragen?

Hickson dazu:„Das heißt: Kardinal Marx erklärte dem Papst in Rom, was zu tun sei, und er setzte sich damit durch.“

 

 

Kardinal Marx ließ sich den Papst-Brief vorher vorlegen

 

Die Deutsch-Amerikanerin führt zudem den jüngsten Brief von Papst Franziskus an die deutschen Katholiken an, in dem er sie zur Fortsetzung des „synodalen Weges“ aufruft. Es ist aber gerade diese „Synodalität“, ein Schlüsselwort des derzeitigen Pontifikats, über die der Paradigmenwechsel zu einer „anderen Kirche“ vorangetrieben wird. Die Familiensynoden dienten als Instrument, um die Zulassung von Ehebruch und Scheidung zu legitimieren – und den Zugang Homosexueller zu den Sakramenten. Die bevorstehende Amazonassynode geht im Instrumentum laboris noch weiter und greift die Fundamente der Kirche an, indem Hand an das Weihesakrament gelegt werden soll, was faktisch alle Sakramente betrifft, und ein unchristliches, pantheistisches Gottesverständnis in die Kirche eingeführt werden soll.

Auch im Brief von Papst Franziskus an die deutschen Katholiken geht es um Zölibat, Sexualität und Macht. Es werden zwar Zusammenhänge zu Evangelisierung, Gebet und Buße hergestellt, allerdings auf so mehrdeutig Weise, wie Hickson analysiert, daß letztlich mehr oder weniger alles hineininterpretiert werden kann. Der Brief ist zahnlos und wird die deutschen Bestrebungen, die Kirche zu protestantisieren, jedenfalls nicht aufhalten.

Zum Hintergrund, warum der Brief so zweideutig formuliert ist, beruft sich Hickson auf „glaubwürdige Quellen“. Der päpstliche Brief ist demnach an der Römischen Kurie gereift, weil „einige Mitglieder der Kurie“ der Überzeugung sind, daß die Kirche in Deutschland in ihren „Reformen“ bereits zu weit gegangen ist. Sie drängten den Papst, mit einem Schreiben Einhalt zu gebieten. „Im Verlauf seiner Bearbeitung sei der Brief aber verwässert worden“, so Hickson. Sie schreibt dazu:

„Als Kardinal Marx von Papst Franziskus erfuhr, daß der Brief geschrieben wurde, und daß ‚viele besorgte Kardinäle und Präfekten einen klaren Brief angefordert hatten‘, verlangte Marx, den Briefentwurf vor seiner offiziellen Versendung nach Deutschland zu lesen. Marx soll ‚wütend‘ gewesen sein und sich ‚gerühmt‘ haben, weil er den Brief in wesentlichen Punkten ‚aufgeweicht‘ hat.“

Auf Anfrage von LifeSiteNews bei Kardinal Marx bestritt dessen Pressesprecher „alle Aussagen ihrer Quellen“.

Auch „vertrauenswürdige Quellen in der Nähe von Kardinal Marx“, so Hickson, bestätigten jedoch den Ablauf. Marx ärgere sich zunehmend über Papst Franziskus, weil dieser „keine Kontrolle“ über die Römische Kurie habe und schlecht organisiert sei.

Am Ende sei der päpstliche Brief an die deutschen Katholiken so aussagelos, daß sich Hickson die Frage stellt, warum er überhaupt veröffentlicht wurde. Darin kann eine Bestätigung ihres Berichts gesehen werden, daß Kardinal Marx einen ursprünglich ganz anders ausgerichteten Inhalt, abschwächen konnte. Das wiederum zeigt den Einfluß von Kardinal Marx und der deutschen Mehrheit in der Bischofskonferenz auf das derzeitige Pontifikat.

„Die Mehrheit der deutschen Bischöfe ist in ihrem Liberalismus so extrem, daß sie zu ihrer Frühjahrsvollversammlung einen Redner einluden, der die Lehre der Kirche zu Verhütung, Homosexualität, Zusammenleben und Transgenderismus in Frage stellte.“

Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg warnte anschließend, daß sich dieser „Synodenweg“ als „Weg der Zerstörung“ herausstellen könnte.

Hickson abschließend:

„Angesichts ihres alarmierenden Extremismus ist es verständlich, daß es selbst in einem Rom ohne Konservative Prälaten gibt, die über die Entwicklungen in Deutschland sehr besorgt sind.“

 

Quelle: katholisches.info


Die Zerstörungswut bestimmter römischer Kreise gegen die überlieferte Liturgie hat ein neues Ziel gefunden: Die Priesterbruderschaft Famiglia Christi - die erste genuin italienische Gemeinschaft von Priestern der überlieferten Lehre und Liturgie. Passend zum 12. Jahrestag von Summorum-Pontificum  hat der von Papst Franziskus bereits Ende letzten Jahres eingesetzte Kommissar Daniele Libanori S.J. alle Priester, Novizen und Probanden der Gemeinschaft von ihren Versprechen und Verpflichtungen entbunden. Die noch nicht Geweihten werden nach Hause geschickt - den Priestern ist bis zu einer endgültigen Verfügung jede Aktivität untersagt. Damit ist die Gemeinschaft faktisch aufgelöst. 

Wie im bergoglianischen Rom üblich, das hier noch nicht einmal die bereits zur Zeit der Heiligen Inquisition eingeführten Rechte von Angeklagten beachtet, gab es keinen Prozess und noch nicht einmal eine Anklage mit Punkten, gegen die man sich hätte verteidigen können. Der Despot - oder in diesem Fall wahrscheinlich irgendwelche Unterdespoten, die Franziskus' Wohlgefallen gefunden haben - kennt kein Gesetz.

 

Quelle: Summorum Pontificium

"Katholisches.info" schreibt hierzu:

 

Rom zertrümmert die nächste Priesterbruderschaft

 

(Rom) Der von Papst Franziskus eingesetzte Kommissar hat eine traditionsverbundene Priesterbruderschaft de facto aufgelöst. Ein Grund für die drastische Maßnahme wurde nicht genannt. Die Priesterbruderschaft Familia Christi ist die erste genuin italienische Ecclesia-Dei-Gemeinschaft. So werden die traditionsverbundenen Gemeinschaften genannt, die der überlieferten Form des Römischen Ritus verpflichtet sind und daher der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, heute eine Abteilung der Glaubenskongregation, unterstellt sind. Darin scheint auch der Grund für die tiefe Abneigung gegen die Bruderschaft zu suchen zu sein, die progressive, italienische Kirchenkreise gegen sie und den Erzbischof hegen, der sie kirchlich anerkannte.

 

Die Priesterbruderschaft Familia Christi (FSFC) ist kirchenrechtlich eine klerikale Gesellschaft Apostolischen Lebens Diözesanen Rechts. Ihr Gründer, damals noch als Laienvereinigung, ist der Vatikandiplomat Msgr. Giuseppe Canovai, der 1942 im Alter von erst 37 Jahren verstorben ist. Bevor Canovai in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls trat, war er Studentenseelsorger in Italien. In dieser Funktion gründete er die Laienvereinigung Familia Christi, die 1938 kirchenrechtlich anerkannt wurde. Sein geistliches Tagebuch, das er ab dem 15. Lebensjahr führte, gilt als besonderer Schatz und Hilfsmittel für die persönliche Heiligung. Sein Seligsprechungsverfahren ist im Gange. Nach einem langen Weg erwuchsen aus der Laienvereinigung Priesterberufungen, die schließlich zur Gründung der Priesterbruderschaft führten. 2014 wurde sie nach längerer Prüfung vom damaligen Erzbischof von Ferrara-Comacchio, Msgr. Luigi Negri, in einem ersten Schritt anerkannt und am 8. September 2016, dem Fest Mariä Geburt, mit dem Wohlwollen der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei nach diözesanem Recht kanonisch errichtet.

Erzbischof Negri, von Papst Benedikt XVI. geschätzt, war unter den Diözesanbischöfen Italiens eine Ausnahmegestalt. Entsprechend angefeindet wurde er. Nach der Wahl von Papst Franziskus versuchten seine Gegner ihn so schnell als möglich loszuwerden. Dabei wurde auch vor öffentlicher Diskreditierung  nicht zurückgeschreckt. Msgr. Negri blieb zwar bis zur Vollendung seines 75. Lebensjahres im Amt, aber keinen Tag länger. In seinem von ihm verfaßten Buch sprach er im Zusammenhang mit diesen Anfeindungen von einem „Klima der Vergeltung“. Der Wechsel an der Kirchenspitze machte es möglich.

Mit seiner Emeritierung, obwohl bei bester Gesundheit, begannen auch die Probleme für die Priesterbruderschaft Familia Christi. Die Ernennung des Nachfolgers bedeutete einen provokanten Bruch mit Negris Linie. Neuer Erzbischof wurde im Februar 2017 Msgr. Giancarlo Perego, ein „Straßenpriester“, der „an den Rändern wirkt“, wie es offiziell hieß. Ein „super-progressiver Migrationsverfechter“, wie es der Vatikanist Marco Tosatti formulierte.

Es wiederholte sich in Ferrara, was zuvor bereits im Erzbistum Mecheln-Brüssel geschehen war. Auch dort emeritierte Papst Franziskus den in progressiven Kirchenkreisen verhaßten Erzbischof André Joseph Leonard sobald dieser das 75. Lebensjahr vollendet hatte. Zuvor hatte er ihm bereits die Kardinalswürde verweigert, die traditionell mit dem bedeutendsten Bischofsstuhl von Belgien verbunden ist. Kaum war Leonards Nachfolger, der progressive Jozef De Kesel, installiert, begann dieser die von Leonard anerkannte, neurituelle, aber „zu konservative“ Priesterbruderschaft der heiligen Apostel zu zerlegen. Die zahlreichen Priesterberufungen der Bruderschaft sprachen nicht etwa für diese, sondern waren den progressiven Kirchenkreisen mit ihren leeren Priesterseminaren ein Dorn im Auge. Schließlich wurde die Priesterbruderschaft, deren Priester in den ihnen in Brüssel und Umgebung anvertrauten Pfarreien sehr beliebt waren, von De Kesel, den Franziskus im Gegensatz zu Leonard sofort zum Kardinal erhob, aus Belgien verbannt und von Papst Franziskus aufgelöst.

 

Wie De Kesel zeigte auch Msgr. Perego sofort eine offene Abneigung gegenüber der traditionsverbundenen Priesterbruderschaft Familia Christi. Er entzog den Priestern die Pfarrkirche Santa Maria in Vado, eine alte Basilika im Zentrum von Ferrara, an der sich 1171 ein Eucharistisches Blutwunder ereignet hatte, die ihnen Erzbischof Negri anvertraut hatte. Der Rauswurf erfolgte unter dem Vorwand einer „strukturellen Reform“ durch Pfarrzusammenlegungen zu Seelsorgeeinheiten. Am 1. Oktober 2016 hatte Erzbischof Negri persönlich in Anwesenheit des Bürgermeisters von Ferrara und anderer Behördenvertreter den Generaloberen der Priesterbruderschaft im überlieferten Ritus kanonisch als Pfarrer von Santa Maria in Vado und weitere Priester der Bruderschaft als Kapläne eingesetzt.

Weitere Unfreundlichkeiten durch Erzbischof Perego folgten. Er verbannte die Bruderschaft in eine abgelegene Kirche und untersagte ihr die öffentliche Zelebration der heiligen Messe im überlieferten Ritus in den ihr anvertrauten Kirchen. Gleichzeitig ließ er in einer zentralen Kapelle der Kathedrale von Ferrara, in der unter Erzbischof Negri die Heilige Messe im überlieferten Ritus zelebriert wurde, einen „Volksaltar“ aufstellen.

Am 1. Dezember 2018 ernannte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria Ferrer SJ, den Weihbischof von Rom, Msgr. Daniele Libanori SJ, zum „vom Heiligen Stuhl entsandten bevollmächtigten Kommissar“. Pater Libanori, Mitbruder des Papstes im Jesuitenorden, war von Franziskus im November 2017 zu seinem Weihbischof ernannt worden.

Der Kommissar übernahm mit allen Vollmachten die Leitung der Priesterbruderschaft mit dem Auftrag, zu klären, ob „die Elemente und Schlußfolgerungen“, die im Zuge einer kanonischen Visitation aufgetaucht waren, begründet sind, und um „gegebenenfalls zukünftige Wege für die Priesterbruderschaft festzulegen“.

Um welche „Elemente und Schlußfolgerungen“ es sich handelte, wurde nicht gesagt.

Marco Tosatti schrieb damals:

„Und wieder stellt sich die Frage: Was an so Schwerwiegendem können diese Priester nur getan haben, um wie die Franziskaner der Immakulata, die Herolde des Evangeliums oder die Schwestern von Laval die kanonische Aufmerksamkeit einer Kirche auf sich zu ziehen, die jede Art von doktrinell und theologisch Bizarrem gutheißt und begünstigt und Prälaten anstandslos in wichtigen und delikaten Ämtern bestätigt, die sich für die Homo-Ehe und das Frauenpriestertum aussprechen.“

Erzbischof Perego hatte 2018 eine kanonische Visitation der Bruderschaft durchführen lassen und am 30. September seinen Bericht an Rom übermittelt. Der Wunsch, den er darin äußerte, wurde ihm vom Heiligen Stuhl prompt erfüllt: Rom schickte einen Kommissar. Dazu Tosatti im Dezember 2018:

„Und dann will man uns weismachen, daß dieses Pontifikat barmherzig, reich an Dialog und tolerant gegenüber den verschiedenen Sensibilitäten und mitnichten voreingenommen und feindselig gegenüber bestimmten kirchlichen Realitäten ist.“

 

Am 30. Juni erließ der Kommissar ein Dekret, mit dem er alle Priester, Novizen und Probanden aller Versprechen und Verpflichtungen entband. Im Klartext: Er löste die Bruderschaft auf und schickte alle, die noch nicht zu Priestern geweiht sind, nach Hause.

Die Priesterbruderschaft Familia Christi wurde damit zwar formalrechtlich nicht aufgelöst, doch sind ihr alle Aktivitäten untersagt. Sie darf keine Berufungen mehr annehmen, wecken oder betreuen. Die Mitglieder der Bruderschaft, die bereits Priester sind, „bleiben in einer Art von Limbus“, so die traditionsverbundene Seite Messa in Latino.


UNBEDINGT LESEN!!!!!

 

Ohne Tabus bei voller Verbindlichkeit ins Schisma

 

Peter Winnemöller nimmt Stellung zu einem Vortrag mit dem Titel “ Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz" des Ruhrbischofs Dr.  Franz-Josef Overbeck anlässlich einer Fachtagung der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster.

 

 

 

Das Thema der Fachtagung lautete: „Die Lehrkompetenz der Bischofskonferenz. Dogmatische und kirchenrechtliche Perspektiven“.

Das Thema der Fachtagung erklärt sich aus der von Papst Franziskus immer wieder verkündeten Aufwertung der regionalen Bischofskonferenzen. Diese sollen dem Willen des Papstes nach mehr Vollmachten und mehr Verantwortung in der Lehre bekommen. Allein die Tatsache, dass eine päpstliche Anregung eine Fachtagung an einer deutschen theologischen Fakultät auslöst, ist eine Nachricht für sich.

Die deutschen Bischöfe nehmen die Anregung, mehr Lehrvollmacht zu bekommen begeistert auf. Aktuell müssen sie nicht mit Störfeuer aus Rom rechnen, wenn sie sich auf den „synodalen Weg“ begeben. Im Dialogprozess der Jahre 2011 bis 2015 wurden bestimmte Themen mit dem Verweis auf Rom und die weltkirchliche Relevanz ausgeklammert. Das ist nun nach Ansicht einiger Bischöfe nicht mehr notwendig und damit steht das Lehrgebäude der Kirche in Deutschland inzwischen auf sehr wackeligen Füßen. Das bleibt zwar nicht unwidersprochen, wie die klare Stellungnahme von Bischof Zdarsa zeigt. Die Mahnung von Bischof Stefan Oster vor der Spaltung sollte ebenfalls gehört werden.

Doch die Stimmen wider den Abbruch der Lehre werden weniger und leiser. Die Bischöfe haben uns einen „synodalen Weg“ angedroht. Ein Regionalkonzil oder eine Regionalsynode wäre zu formell gewesen. Man hätte sich an Regeln halten müssen. Es entspricht dem vom Papst gewünschten Synodalismus, möglichst wenige Regeln aufzustellen und somit möglichst keine Bindung an Normen zu haben. Auch gegen die Lehre können Beschlüsse gefasst werden. Der Trick ist, der Form nach die Lehre nicht zu verändern, aber Ausnahmetatbestände ausdrücklich wertzuschätzen. Die Methode durften wir bei Amoris laetitia und der Interkommunion bei gemischkonfessionellen Ehepaaren kennenlernen.

Um zu veranschaulichen, wie das aussehen kann, eignen sich einige Leitthesen aus dem Vortrag von Bischof Overbeck. Eine Kommentierung der Thesen macht den Weg deutlich, der schon jetzt erkennbar eingeschlagen wird.

Der „Synodale Weg“ muss nach Worten von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck „ergebnisoffen und möglichst klar strukturiert“ sein.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Zwei Worte sind hier wichtig. ergebnisoffen und klar strukturiert. Das bedeutet ja in der Tat, dass ein Ergebnis beispielsweise lauten könnte, wir erkennen jede Form menschlichen Zusammenlebens als wertvoll an.

Die Dekonstruktion der Ehe hat längst begonnen. Wir erinnern uns an die praktische Umsetzung von Amoris laetitia.
Als Sakrament und als verbindliche Lebensform ist die Ehe gemäß Lehre der Kirche die grundsätzlich die Norm der menschlichen Verbindung zwischen Mann und Frau ist. Mithin ist sie die Kernzelle für die Familie und wird damit letztendlich zur Keimzelle eines gesunden Gemeinwesens. Sie ist der einzig richtige Ort für die menschliche Sexualität, weil Mann und Frau aufeinander hin geschaffen sind.

Die Anerkennung außerehelicher Beziehungen in jeglicher Konstellation widerspricht der Lehre der Kirche zur Ehe. Eine solche soll aber dem Zeitgeist gehorchend durchaus Ziel des „synodalen Weges“ sein. Die serielle Monogamie erfährt schon jetzt quasi eine Wertschätzung durch Zulassung zivil wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion. Selbige erfolgt angeblich nur in Einzelfällen mit pastoraler Begleitung. Die Wirklichkeit dürfte längst anders aussehen. Serielle Monogamie ist in der Tat ein Begriff, der in die Familienpolitik Einzug gefunden hat und für das Bundesfamilienministerium ein Ideal menschlichen Zusammenlebens ist.
Man erkennt, die Anpassung an die Welt.

Andere mögliche Ergebnisse: Regionale Änderung der Zulassungsbedingungen zu den Weiheämtern. Regionale Änderungen zur Zulassung zur Eheschließung. Regionale Änderung der Morallehre der Kirche.

Die klare Struktur dürfte außer Frage stehen. Es gibt in Deutschland eine prägende Verbands- und Funktionärskultur, die dem „synodalen Weg“ den Rahmen zu geben wissen wird. Es dürfte keine Frage sein, wie die klare Struktur aussieht. Wer nicht den richtigen linkskatholischen Stallgeruch hat, ist allenfalls das geduldete Alibi.

„Der ‚Synodale Weg‘ kann nur ein Weg der ganzen Kirche in Deutschland sein“

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Ein Satz der verräterischer nicht sein könnte. Da wird zum einen klar, wer von sich aus am „synodalen Weg“ nicht teilnimmt, ist raus. Raus aus der Kirche, nur damit wir uns klar verstehen. Wer am „synodalen Weg“ nicht teilnehmen darf, ist auch nicht mehr Bestandteil der ganzen Kirche in Deutschland. Es ist nicht anzunehmen, das konservative Kreise in nennenswertem Umfang zum „synodalen Weg“ eingeladen werden. Darüber hinaus gibt es genügend Gläubige, die sich für diesen Weg nicht vereinnahmen lassen wollen, damit sie nicht am Ende für den schismatischen Weg der „ganzen Kirche in Deutschland“ mit in Haftung genommen werden. Wer also den „synodalen Weg“ ablehnt, ist nicht nur Exkommuniziert, sondern raus aus der „ganzen Kirche in Deutschland“.

Es ist ein schmerzlicher, ärgerlicher Weg, den die Bischöfe den Gläubigen hier zumuten.

Der Prozess müsse eine breite Teilhabe ermöglichen und in verbindliche Ergebnisse münden.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Die These der breiten Teilhabe ist schon fast eine Witz. Majorität ist kein Kriterium für Wahrheit. Verbindliche Ergebnisse sagen noch lange nichts darüber aus, ob die Kirche am Ende eines solchen Weges noch katholisch ist. Und wird die Breite wirklich eine Breite der Katholiken sein oder eine so eindimensionale Breite, wie beim Dialogprozess?

Wenn nun hier über Amt, Moral, Lehre, ja über den Glauben selbst abgestimmt wird, was erwarten die Bischöfe, wird das Ergebnis sein? Es stellt sich vielmehr die Frage, warum abgestimmt werden soll.

Das Amt des Bischofs ist es die Wahrheit zu lehren, die er selber empfangen hat. Er kann nicht über ein anderes Evangelium abstimmen lassen und fortan dies verkündigen. Wir werden genau das erleben.

„Die Kritik an der Kirche muss Gehör finden, damit es zu einem echten Kulturwandel kommt.“

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Die fundamentalste und radikalste Kritik an der Kirche hält natürlich die Welt für uns parat. Die Kirche muss unbedingt im Widerspruch zur Welt stehen. Das klingt banal und in heutigen Ohren vielleicht seltsam. Es ist aber logisch.

Wohin soll der Kulturwandel führen? Zu einer Kultur des immer weiteren Verfalls? Zu einer immer weiter gehenden Verweltlichung und Anbiederung der Kirche?

Im Hinblick auf die Verbindlichkeit der Beschlüsse biete sich eine doppelte Zwei-Drittel-Mehrheit an.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Da es auf dem „synodalen Weg“ um Fragen der Moral und um Fragen des Glaubens geht, stellt sich die Frage, ob über diese mit doppelter Zweidrittelmehrheit eine Gewissheit im Glauben erlangt werden kann. Zweifel sind angebracht.

Um die kirchliche Lehre weiterzuentwickeln, brauche es auch „eine systematische Rezeption von sozial- und humanwissenschaftlichen Erkenntnissen.“

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Diese These hört man in diesen Tagen immer wieder. Welche Schule der sich widersprechenden Wissenschaften hört man denn an? Wohl am ehesten die, die den Ohren am meisten schmeicheln. Bischof Overbeck selber hat sich zum bischöflichen Vorkämpfer für die Gaylobby gemacht. Nachdem er vor Jahren noch – gegen die Lehre der Kirche – auch die Neigung als Sünde verkaufen wollte, hat er später eine 180° Wende vollzogen. Es geht um eine innerkirchliche Form der sogenannten „Ehe für alle“. Die Dekonstruktion des Sakramentes, die dafür unbedingt vorher erfolgen muss, wird ja von den Bischöfen schon betrieben. Auch die serielle Monogamie wertzuschätzen ist durchaus eine Folge von Erkenntnissen der Sozial- und Humanwissenschaften.
Warum die Kirche immer noch Polygamie und Promiskuität ablehnt, wird auf dem „synodalen Weg“ begründungspflichtig und nur schwer haltbar sein. Rollt die Welle, überrollt sie den, der sie auslöste.

Overbeck wandte sich gegen eine

„Identitätssicherung nach innen“

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Und das hat Methode. Wenn ich nicht mehr so genau weiß, was katholisch ist und was nicht, dann bin ich offen für alles Neue, ganz gleich aus welcher Quelle. Doch wer nach allen Seiten offen ist, ist am Ende nicht ganz dicht.
Im Gegenteil ist eine Identitätssicherung nach innen unbedingt erforderlich. Der Weg dazu ist allerdings nicht synodales Gefasel sondern Katechese und Unterweisung.

und eine

„Vereinfachungs- und Vereindeutigungslogik“, die vor allem die säkulare Außenwelt für die Krise der Kirche verantwortlich machen wolle.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Eine klare Ohrfeige gegen Papst Benedikt XVI. der insbesondere mit seiner jüngsten schonungslosen Analyse gezeigt hat, wie sehr sich die Kirche im Kontext der Welt bewegt und wie sehr die negativen Entwicklungen z.B. der 68er auch die Kirche negativ beeinflusst hat.
Wer gegen Vereinfachung und Vereindeutigung ist, wehrt sich gegen sachliche Analyse des Ist- Standes und gegen eine echte Klärung von Missständen. Schon allein die Weigerung der deutschen Bischöfe anzuerkennen, wie hoch der Anteil des Päderasmus am Missbrauchsskandal ist, ist für sich genommen noch mal ein Skandal.
Wer Eindeutigkeit nicht will, ist eindeutig für Verwirrung.

„Die alte Zeit ist zu Ende“,

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Ja, das ist sie.
Wer so spricht, setzt sich allerdings am besten in den Schaukelstuhl und jammert vor sich hin.
Junge Katholiken lesen derweil den YouCat.

„Wir sind in einer Krise

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Seit mindestens 50 Jahren. Guten Morgen, Herr Bischof! Ausgepennt?
Der Auslöser der Krise hat einen Namen. Genau genommen sind es zwei Namen, die zu nennen sind. Da ist zum einen die Königsteiner Erklärung, die der erste Schritt der deutschen Bischöfe zu Anbiederung an die Welt war und Papst Paul VI. den Boden unter den Füßen entzogen hat. Da ist zum anderen die Würzburger Synode und ihre katastrophalen Folgen in Religionsunterricht und Katechese.
Die Königsteiner Erklärung wäre zu widerrufen und die Beschlüsse der Würzburger Synode außer Kraft zu setzen. Das wäre ein erster Schritt aus der Krise. Stattdessen aber …

und stehen an einer Zäsur, die vielleicht noch tiefer geht als die Reformation,

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Das steht in der Tat zu befürchten. Und es gibt eine nicht allzu geringe Anzahl an Bischöfen, die das Schisma aktiv vorantreiben.

am Anfang der Wirkung eines geistlichen und geschichtlichen Tsunamis.“

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Hier verwendet der Bischof ein Bild, das fast prophetisch ist. Ein Tsumani darf hier ruhig als Bild herhalten, für die Welle, die das Schisma auslösen wird.

Man bedenke, dass die Spaltung, der wir entgegensehen, nachdem sie erfolgt ist und offen wurde, nicht etwa Klarheit und Frieden bringt. Es steht uns eine Zeit bevor, in der der einzelne Gläubige, die Priester, viele Gemeinden und vielleicht sogar ganze Bistümer sich entscheiden müssen, welchem Weg sie folgen wollen.
Wie friedlich das abgehen wird, kann man erahnen, wenn man sich anschaut, dass nach 1517 in den deutschen Landen und drumherum für rund 150 bis zum Westfälischen Frieden mehr oder weniger ununterbrochen religiös motivierte Kriege herrschten. Danach zogen in einigen Regionen Gutachter über Land, die entschieden, ob die Gemeinden katholisch sind oder dem reformierten Weg folgen (z.B. im Osnabrücker Land). Die Wirren waren am Ende so groß, dass die Menschen zum Teil selber nicht mehr wussten, was sie waren.

Wenn Kirche sich den gegenwärtigen Herausforderungen verweigere, drohe sie völlig belanglos zu werden.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Anders als es der Bischof offensichtlich meint, stimmt dieser Satz voll und ganz.

„Wir müssen Schneisen schlagen“, so Overbeck.

Perspektiven für die künftige Arbeit der Bischofskonferenz
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

Das Kopfkino sieht den Bischof mit der Machete den „synodalen Weg“ in den Dschungel der Postmoderne schlagen. Er wird feststellen, dass die Dschungel der Welt schneller wachsen, als er die Kirche an sie anpassen kann. Jede Schneise, die nicht mit Wahrheit und Klarheit, sondern mit Mehrheit geschlagen wird, wird in den Abgrund und in die Spaltung führen.

Der Vortrag des Bischofs in Münster zeigt nur zu deutlich, wohin uns der von den Bischöfen ausgerufene synodale Weg führen kann. Es aller Voraussicht nach ein Weg ins Schisma, in die Verwirrung der Menschen und in die Dekonstruktion wesentlicher Glaubensinhalte.
In Folge dieser Wege wird ein Teil der Kirche sich abtrennen und den Weg des Protestantismus gehen.

Der Kirche ist von ihrem göttlichen Stifter Bestand verheißen. Was nicht verheißen ist, ist die Liebe der Welt zur Kirche. Ganz im Gegenteil, die Jünger Jesu sind in der Welt aber nicht von der Welt.
Eben dieser Welt, die die Kirche nicht liebt, wollen Bischöfe, die wie Franz-Josef Overbeck denken, sich geschmeidig anpassen. Das, was diese Bischöfe der Kirche abspalten werden, wird zuerst den Jubel der Welt erfahren, dann von der Welt gefressen werden und am Ende von eben dieser Welt angewidert ausgespuckt, wenn sie es ausgelutscht und für ihre Zwecke genutzt hat.

Die Zitate sind einer Meldung der kna über den Vortrag des Bischofs im Rahmen der Fachtagung entnommen.
Quelle: Katholon

 

 

Die Rheinische Post - eine (selbsternannte) Zeitung für christliche Kultur??

 

In ihrer Ausgabe vom 17.04.2019 gibt die Rheinische Post dem "renommierten" Historiker Johannes Fried auf fast einer kompletten Seite Raum um seine These, dass Jesus die Kreuzigung überlebt habe und im Grab wieder aufgewacht sei, zu verbreiten.

 

"Aber schließlich gab es doch den Lanzenstich des Soldaten, mit dem der Tod von Gottes Sohn bewiesen werden sollte! Hier beginnt die Geschichte zum Krimi zu werden, für den etliche Indizien bemüht werden. Der Lanzenstoß war nämlich gar kein Todesstoß, sondern lediglich eine Art „Kontrollstich“, bei dem Blut und Wasser aus der Wunde floss. Das genügt den römischen Kriegern. Was sie nicht wussten – aber Johannes Fried behauptet: Die Lanze war die eigentliche Rettung für Jesus.

Wie das? Der Stich traf nicht das Herz, sondern wiederum nach Johannes die „Pleura“, das Rippenfell. Dadurch wurde mit der Lanze eine Entlastungspunktion durchgeführt, die die Atemnot des noch lebenden Jesus linderte. Dass Jesus bei all diesen Torturen nicht reagierte und kein Lebenszeichen von sich gab, lag an einer „tiefen narkoseähnlichen Kohlendioxyd-Ohnmacht“, die bei einer Kreuzigung auftreten kann."

 

Ganz zum Schluss schreibt man dann entschuldigend: "Mit Frieds Thesen würde darum Entscheidendes im Glauben wegbrechen. Die Kirche wird mit dem Buch „Kein Tod auf Golgatha“ kaum erschüttert werden. Es dokumentiert aber die säkularen Kräfte unserer Zeit."

 

Warum gibt man dann diesem Unfug soviel Raum??

Viele, die alleine die Überschrift lesen, werden in Ihrer den Glauben ablehnenden Haltung bestärkt werden und sich sagen: "Wir haben es doch gewusst, alles nur Mumpitz"

 

Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen (Mk 8,31).

 

Demnach hat der Herr also gelogen und uns an der Nase herum geführt.....

 

Wenn man bedenkt, dass sich die Rheinische Post vor wenigen Tagen auch noch in die Reihe der Kritiker Papst Benedikts eingereiht hatte, so sollte man sich besser umbenennen in "Zeitung für unchristliche Kultur"!!!


Nicht nur "Nachtgedanken", sondern sehr klare Gedanken macht sich Uwe C. Lay in seinem Blog zum Beitrag von Papst Benedikt XVI zur Kirchenkrise:

 

Papst Benedikt schrieb und alles brüllt

 

Kaiser Wilhelm II. rief und alle, alle kamen, Papst Benedikt schrieb zum Mißbrauchsskandal und alle, alle brüllten: "So nicht!". Die inoffizielle offizielle Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz  Katholisch.de jubelt: "Die Kritik an der Analyse Benedikts XVI. zur Kirchenkrise reißt nicht ab". So tönt diese linksliberale Kampfpostille:
"Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie hat den Text Benedikts XVI. zur Missbrauchskrise scharf kritisiert. "Die Analyse von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. beruht auf einer Reihe von falschen Annahmen und wird von uns im Ganzen als ein misslungener und untauglicher Beitrag zur Aufarbeitung der Missbrauchskrise bewertet", heißt es einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme.
Am Donnerstag hatten mehrere Medien einen Aufsatz des emeritierten Papstes mit dem Titel "Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs" veröffentlicht. Darin bezeichnet Benedikt XVI. den "Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie" und eine zunehmende Gottlosigkeit in Kirche und Gesellschaft seit den 1960er Jahren als Hauptursachen der Missbrauchskrise. Die ersten Reaktionen auf das Schreiben fielen mehrheitlich negativ aus." 
Was hat der emeritierte Papst nur verbrochen, daß nun alle schreien: Kreuzigt ihn!, daß nun auch diese Internetseite angefüllt ist mit Polemiken wider diesen Papst? Er tat etwas Unverzeihliches, denn er sagte die Wahrheit. Dabei lief doch alles bisher so wunderbar: In einer gelungenen Desinformationskampagne wurde der Zusammenhang zwischen der Homosexualität und den Opfern völlig vernebelt und tabuisiert. Stets wurden neue für die Mißbräuche Verantwortliche gefunden, am liebsten "Strukturen", damit ja die Täter aus dem Blickfeld gerieten. Dann baute darauf eine beachtliche Offensivkampagne an, daß nun die katholische Morallehre für die Mißbrauchsfälle verantwortlich sei, daß sie also im Geiste der 68er liberalisiert werden müsse. Daran schlossen sich dann die Lieblingsparolen der modernistischen Reformer an: Weg mit dem Zölibat, Ja zum Frauenpriestertum, Demokratisierung der Kirche oder klarer formuliert: Wir wollen protestantisch werden. In diese protestantische Euphorie hinein, nur die Entkatholisierung und die Protestantisierung gäbe der Kirche noch eine Überlebenschance, widerspricht nun Benedikt XVI diesem schönen Modernisierungsprogramm, indem er die Wahrheit sagt, die doch nun so tatkräftig unter den Teppich gekehrt, tabuisiert war!
Daß eben die Entkräftung der Morallehre der Katholischen Kirche durch den Ungeist der 68er und  die zunehmende Gottlosigkeit auch und gerade in der Kirche  diese Mißbräuche erst in diesem Ausmaße ermöglichte. Dann verwies  er noch auf die Homosexualität in der Kirche, deren Ausleben zu diesen Mißbräuchsfällen führte. So viel Licht, das könnte Verwirrungen in die wohlgeordnete Desinformationskampagne bringen, ja den Reformeifer: Wir wollen die Protestantisierung der Katholischen Kirche bremsen und so wird scharf gegen Papst Benedikt emeritus geschossen.
Das Niveau der Gegenargumente ist dabei von durchschlagendster Qualität. Mantrahaft wird da gebrüllt, daß in seiner Analyse neue sozial- und humanwissenschaftliche Erkenntnisse nicht berücksichtigt worden seien, welche, wird tunlichst verschwiegen,  und daß nicht erkannt wird, daß die Morallehre der Kirche sich der geänderten Lebenspraxis anzupassen habe, denn sie habe nicht die Aufgabe zu normieren, sondern die Realität, so wie die Heutigen ihre Sexualität leben, gutzuheißen.
Im Klartext heißt das: Den grundlegendsten Fehler einer doktrinären Morallehre offenbart uns Johannes der Täufer, der die Ehe des Königs Herodes verurteilte, weil er aus moraltheologischen Gründen seine Frau nicht hätte heiraten dürfen, statt diese Ehe seelsorgerlich motiviert gut zu heißen und abzusegnen. Der emeritierte Papst ist eben ein Nachfolger des Täufers, unsere  Modernisten dagegen wissen, daß es nur eine wirkliche Todsünde gibt, die, dem herrschenden Zeitgeist zu widersprechen.  
Quelle: Nachtgedanken

Sexueller Missbrauch und die Lösung der Kirchenkrise: Benedikt XVI. meldet sich zu Wort.

 

Papst emeritus Benedikt XVI. hat sich zu den Skandalen sexuellen Missbrauchs in der Kirche zu Wort gemeldet. Er benennt Ursachen, schlägt vor, wie der Kirchenkrise zu begegnen ist – und warnt deutlich vor falschen Ansätzen.

 

hier zu lesen

 


Droht uns eine neue Kirchenspaltung?

 

"Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." (Matthäus 16,18)

 

Auf dieser Aussage des Herrn muss unsere ganze Hoffnung und unser ganzer Glaube ruhen, wenn wir uns den derzeitigen Zustand der katholischen Kirche anschauen.

 

Auf "Summorum Ponteficum" befindet sich ein Artikel, der anschaulich die Folgen der von der deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Beratungen zu Änderungen bzgl. des Machtabbaus der Kleriker, des Zölibats und der Sexualmoral der Kirche aufzeigt. Es muss nicht so kommen, aber die Gefahren sind nicht von der Hand zu weisen.

 

Zu lesen hier


Vor wenigen Wochen hat der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, ein "Glaubensmanifest" verfasst: Glaubensmanifest.

 

Der "Papsttreue" hat in seinem Blog sich einige lesenswerte Gedanken zu diesem Manifest gemacht:

 

Wenn ein Kardinal, noch dazu einer, der fünf Jahre lang der Präfekt der Glaubenskongregation und damit von Amts wegen für die Sicherstellung des wahren Glaubens in der Kirche zuständig war, ein „Glaubensmanifest“ verfasst, nach eigenen Angaben auf Bitten vieler Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, dann ist das schon etwas Besonderes. Manifeste verfassen heute viele, und wenn mal wieder eine (dem Namen nach) katholische Laienorganisation ein solches Papier verfasst oder die gängigen innerkirchlichen Kritiker, dann kann man sicher sein, dass das, was da drin steht, viel mit Zeitgeist und wenig mit Wahrheit zu tun hat.

 

Zumindest mal die Grundannahme darf bei einem Gerhard Kardinal Müller schon eine andere sein. Und er enttäuscht tatsächlich nicht! Ich bin leider erst jetzt, und das am Ende auch nur im Zuge der Kritik an dem Dokument, dazu gekommen, die gut vier Seiten zu lesen. Und ich empfehle sie jedem zur Lektüre, idealerweise, aber nicht zwingend, mit dem Katechismus daneben.

 

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren“ (Johannes 14,1) ist das Manifest überschrieben, und genau darum geht es. Ich möchte nicht das große Wort „Schisma“ führen, aber wenn Bischöfe das Kreuz in öffentlichen Gebäuden ablehnen und es selbst, angeblich um „Missverständnisse“ und „Provokationen“ zu vermeiden, ablegen, wenn Offizielle der Kirche sich mehr um politische Belange und Ausgrenzung einzelner, demokratisch legitimierter Parteien als um die Verbreitung des Glaubens kümmern, wenn selbst der Papst den Eindruck erweckt, es sei nicht so entscheidend, ob man nun Moslem oder Christ sei, dann ist Verwirrung nicht weit. Und als Katholik wissen wir, wessen Frucht die Verwirrung ist.

 

Der Auftrag der Glaubensvermittlung

Priester, Bischöfe und Theologen sollten dabei von Berufs wegen, einen tiefen Einblick in die tatsächliche Glaubenslehre haben. Und sie sollten aufgrund ihrer Berufung Abstand davon nehmen, die Gläubigen mit eigenen, abweichenden, zeitgeistigen Meinungen zu beeinflussen. Vor ein paar Jahren meinte mein früherer Religionslehrer im Blick auf das, was ich in diesem Blog hinsichtlich katholischer Morallehre schreibe, dass er mir das doch nicht beigebracht hätte. Richtig, hat er nicht, haben und tun auch viele Priester und mit der Glaubensvermittlung Betraute heute noch nicht. Wer wissen will, was die Kirche – als mystischer Leib Gottes – sagt, der muss sich selbst bemühen.

 

Da kann man Kardinal Müller nur dankbar sein, für seine einerseits leicht verständlichen, andererseits glasklaren Aussagen, die sich auf den Katechismus und die Heilige Schrift beziehen und auf sonst nichts. In dem Text ist eben nicht – wie derzeit teilweise kritisiert wird – Kardinal Müller drin, in dem Text ist kirchliche Lehre drin.

Zeigeist

 

Nun mag es und wird es Laien, Priester und Bischöfe geben, die die Erläuterungen Müllers zur Dreifaltigkeit Gottes (und damit eines fundamentalen Unterschieds mindestens zum Islam), zur Kirche, den Sakramenten, zur Morallehre, und zum ewigen Leben (aber auch der aus der Ablehnung Gottes drohenden Hölle) ablehnen. Sie können sich dann aber nicht auf die Bibel oder die Kirche berufen. Ihre einzige Argumentationsgrundlage ist der Zeitgeist, wenn sie Frauen als Priester fordern oder meinen, die Sakramentenlehre, insbesondere das Zusammenspiel von Buße und Eucharistie, und damit einhergehend des Ehesakraments, sei nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr zu vermitteln.

 

Jüngst äußerte sich auch Walter Kardinal Kasper, und ließ es sich – absehbar – nicht nehmen, das Manifest zu kritisieren. Es biete, so zitiert es katholisch.de (ein Medium, das auch nie weit ist, wenn es „gegen Rom“ geht) „‚halbe Wahrheiten‘, allzu ‚pauschale Aussagen‘ oder nur ‚private theologische Überzeugung‘“. Exakt das tut das Dokument nicht, und davon kann sich bei der Lektüre jeder überzeugen. Journalist und Bloggerkollege Peter Winnemöller, hat sich schon – in gebotener Kürze – mit den Einlassungen Kaspers befasst und weist nach, wie dessen Kritik Leser und Beobachter zu manipulieren versucht.

 

Wahrheit und Barmherzigkeit

Am Ende ist es, insbesondere bei den Fragen des interreligiösen Dialogs, immer die gleiche Leier: Soll man die Wahrheit betonen oder die Barmherzigkeit, Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen und Konfessionen oder Unterschiede? Katholisch ist nur das „et-et“, das sowohl als auch. Nur haben seit Jahrzehnten diejenigen Konjunktur, die die Barmherzigkeit in bequemer Manier über die Wahrheit setzen und zeitgeistig meinen, es sei ja doch der gleiche Gott, den wir – Christen, Muslime oder andere Religionen – anbeteten. Wer aber auf diese Art die Wahrheit mit Füßen tritt, der kann auch nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, barmherzig, geschweige denn christlich zu argumentieren.

 

Das ist das Besondere Verdienst Kardinal Müllers und des von ihm verfassten Manifests: Er verdeutlicht prägnant die Wahrheit und macht gleichzeitig deutlich, dass die Vermittlung dieser Wahrheit eine viel größere Barmherzigkeit bedeutet als der bequeme Relativismus, der es vermeidet, andere mit der Wahrheit auch mal zu konfrontieren. Barmherzigkeit und Wahrheit gehen Hand in Hand, sonst verdienen sie beide den Namen nicht.

 

Quelle: Papsttreuerblog


Buchempfehlung

 

Kraft der Stille

Robert Kardinal Sarah

 

In einer Zeit, die immer lauter wird, während die Technik und das Materielle den Menschen beherrschen, ist es ein großes Unterfangen, der Stille ein Buch zu widmen.
Die Welt bringt soviel Lärm hervor, dass die Suche nach der Stille umso notwendiger wird. Kardinal Robert Sarah konstatiert, dass sich der moderne Mensch, der das Göttliche ablehnt, in einem großen Schweigen befindet, was für ihn eine beängstigende Situation darstellt. Der Kardinal möchte hingegen daran erinnern, dass das Leben eine Beziehung zwischen dem Innersten des Menschen und Gott ist – und zwar in der Stille. Die Stille ist unentbehrlich, um die „Musik Gottes“ zu hören: Das Gebet wächst aus der Stille und kehrt dorthin zurück, wobei es immer mehr an Tiefe gewinnt.
In diesem Dialog mit Nicolas Diat fragt sich der Kardinal: Können die Menschen, welche die Stille nicht kennen, jemals die Wahrheit erreichen, die Schönheit und die Liebe? Die Antwort lautet: Alles, was groß ist und schöpferisch, wird durch die Stille geformt. Gott ist Stille.
Nach dem großen Erfolg seines Buches „Gott oder Nichts“, das in kurzer Zeit in 14 Sprachen übersetzt wurde, unternimmt es Kardinal Sarah im vorliegenden Werk, die Würde der Stille wieder zum Leuchten zu bringen.
Den Text von Kardinal Sarah ergänzt ein außergewöhnliches Gespräch mit Dom Dysmas de Lassus, Prior der Großen Kartause und Generalminister des Kartäuserordens.

 

Zur Liturgie äussert sich Kardinal Sarah u.a. wie folgt:

"Es ist höchste Zeit, auf Christus gerichtet in diese liturgische Stille zu gehen, die das Konzil wiederherstellen wollte. Was ich jetzt sagen werde steht nicht im Widerspruch zu meiner Ergebenheit und meinem Gehorsam gegenüber der höchsten Autorität der Kirche. Ich möchte innig und demütig Gott, der Kirche und dem Heiligen Vater dienen, mit Ehrerbietung, Aufrichtigkeit und kindlicher Zuneigung. Doch dies ist meine Hoffnung: Wenn Gott es will, möge - wann Er es will und wie Er es will - eine Reform der Reform in der Liturgie geschehen. Trotz Zähneknirschen wird sie kommen, denn es geht um die Zukunft der Kirche. Die Liturgie zu beschädigen, bedeutet, unser Verhältnis zu Gott und den konkreten Ausdruck unseres christlichen Glaubens zu beschädigen. Das Wort Gottes und die Liturgie der Kirche werden noch gehört, aber die Seelen, die danach verlangen, sich Gott zuzuwenden, Ihm ein wahres Lobopfer zu weihen und Ihn anzubeten, werden nicht von Liturgien ergriffen, die zu horizontal, anthropozentrisch und pompös sind und oft lauten und vulgären kulturellen Veranstaltungen ähneln. Das heilige Opfer der Messe, das Denkmal von Jesu Kreuzestod zum Heil unserer Seelen, wurde in ein überladenes, mediales Spektakel verwandelt. Die Bedeutung des Mysteriums verschwindet durch Veränderungen, ständige Anpassungen, die autonom und individuell vorgenommen werden, um unser schändliches, modernes Denken zu reizen, das von Sünde, Säkularismus, Relativismus und Ablehnung Gottes gezeichnet ist. In vielen westlichen Ländern sehen wir, wie die Armen die Katholischen Kirche verlassen, weil diese von böswilligen Leuten beschlagnahmt worden ist, die als Intellektuelle auftreten und die Kleinen und Armen verachten. Dies muss der Heilige Vater laut anprangern. Denn eine Kirche ohne die Armen ist keine Kirche mehr, sondern nur noch ein "Club!""


Offener Brief der zwei verbliebenen "Dubia"-Kardinäle an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen

 

 

Liebe Mitbrüder!

Wir wenden uns an Euch bewegt von tiefer Sorge. 
Viele Gläubige in aller Welt haben gleichsam den Kompass verloren. Sie stellen sich die bange Frage: wohin treibt die Kirche? 
Es macht besorgt, zu sehen, daß man angesichts der sexuellen Skandale versucht, das eigentliche Übel nur im Mißbrauch von Kindern zu suchen. Dieser ist gewiß ein abscheuliches Verbrechen, besonders wenn es von Priestern begangen wird.
Dennoch geht es dabei um weit mehr, um das umfassendere Übel homosexueller Netzwerke, die sich hinter einem Schutzwall von Komplizenschaft und Schweigen im Inneren der Kirche ausgebreitet haben. Ein Phänomen, das in jener Atmosphäre von Materialismus, Hedonismus und Relativismus wurzelt, in der die Existenz eines absoluten, ohne Ausnahme verpflichtenden Sittengesetzes offen in Frage gestellt wird. 
Verantwortlich für den sexuellen Mißbrauch, sagt man nun, sei "Klerikalismus". Aber die wahre Ursache dafür ist nicht der Machtmißbrauch durch Priester, sondern die Abkehr von der Wahrheit des Evangeliums. Der sogar öffentlich erhobene Widerspruch in Wort und Tat gegen das natürliche und göttliche Sittengesetz ist in Wahrheit die Wurzel jenes Übels, das gewisse Kreise der Kirche korrumpiert. 
Dennoch verharren angesichts dieser Situation Kardinäle und Bischöfe in Schweigen. Werdet auch Ihr, liebe Mitbrüder, schweigen, wenn Ihr nun im Vatican am kommenden 21. Februar zusammenkommen werdet? 
Wir gehören zu denen, die dem Heiligen Vater im Jahr 2016 unsere Zweifelsfragen ("dubia") zu Amoris Laetitia vorgelegt haben. Heute ist es so, daß die "Dubia" nicht nur keine Antwort erfahren haben, sondern als Ausdruck einer allgemeinen Kirchenkrise erscheinen. Lehre der Kirche in Wort und Tat zu bewahren und zu bezeugen. 
Bitten wir den Heiligen Geist, der Kirche beizustehen und ihre Hirten zu erleuchten. 
Ein mutiger Akt, der Klarheit schafft, ist nun dringend notwendig. Wir vertrauen auf das Wort des Herrn, der verheißen hat : "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt." (Mt.28,20) 
Mit brüderlichem Gruß
Walter Kardinal Brandmüller
Raymond Leo Kardinal Burke

 


Ein Grund zum Optimismus

4500 bis 5000 Priester weltweit zelebrieren derzeit nach dem überlieferten Ritus der Kirche. So hat es die französische liturgische Gesellschaft Paix Liturgique ermittelt, und die Zahl klingt auf den ersten Blick durchaus achtunggebietend. Unsere bewährten Freunde bei katholisch.de helfen bei der realistischen Einschätzung dieser Zahlen, wenn sie titeln: „Schätzung: Ein Prozent der Priester feiert Alte Messe“. Das, so will diese Überschrift nicht ganz unzutreffend vermitteln, ist ja nun noch keine weltbewegende Zahl.

Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn man bei Paix Liturgique liest, daß lediglich etwa 1500 Priester aus der ermittelten Zahl Gemeinschaften – Schwerpunkte Pius- und Petrusbruderschaft – angehören, die den alten Ritus quasi hauptberuflich zelebrieren. Der größere Teil sind Diözesanpriester, die das nur gelegentlich tun, viele davon eher selten. Doch gerade den Einfluß dieser Priester auf das liturgische Leben ihrer Gemeinden sollte man nicht unterschätzen. Fast alle Priester, die ihre Formation im neuen Ritus erfahren haben, berichten, daß sie nach dem Kennenlernen der überlieferten Form auch die „neue Messe“ in einem anderen Geist und einer anderen Haltung zelebrieren. Letzteres sogar des öfteren ganz wörtlich, wenn sie ihre Gemeinde dabei „mitnehmen“ können, auch die Liturgie nach den neuen Büchern in der Wendung „zum Herrn hin“ zu feiern. Das wird, zusammen mit den Impulsen, die auch von einer nur gelegentlichen Berührung mit der Liturgie „aller Zeiten“ ausgehen, auf Dauer nicht ohne Einfluß bleiben.

Die – geschätzte – Zahl von 1500 Priestern, die sich ganz der alten Liturgie verpflichtet sehen, mag im Weltmaßstab gesehen 12 Jahre nach Summorum-Pontificum recht bescheiden aussehen.Doch stellt diese Zahl nur eine Momentaufnahme in einem sich schnell verändernden Umfeld dar: Die Zahl der Weihen nimmt in den meisten Bistümern dramatisch ab, während sie in den „altrituellen“ Gemeinschaften stetig zunimmt. Schon heute haben diese Gemeinschaften eine Größenordnung erreicht, die durch administrative Einschränkungen oder den Versuch eines offenen Verbots der überlieferten Liturgie nur um den Preis tiefgehender Spaltung zu reduzieren wäre.

Immer deutlicher wird auch ein weitere Vorteil dieser Gemeinschaften und Gemeinden: Sie existieren ohne Anteil an Kirchensteuern oder sonstigen staatlichen oder gesamtkirchlichen Zuwendungen. Damit sind sie auf die vielerorts bevorstehenden mageren Jahre weitaus besser vorbereitet als Gemeinden, die nur durch finanzielle Unterstützung von außen am Leben erhalten werden.

 

Quelle: Summorum ponteficum


Der verlorene Hirte – Eine Buchempfehlung

 

„Jeden Tag bete ich für Papst Franziskus.“

Philip F. Lawler hat ein aufsehenerregendes Buch geschrieben, ein Buch, das einen Katholiken noch mehr zu erschrecken – oder verärgern – vermag als „Der Diktator-Papst“, das bereits kritische Einblicke in den Charakter des Pontifikates von Papst Franziskus bietet, und warum dieses für viele rätselhaft ist. „Der verlorene Hirte“ geht weiter in seiner Analyse: Lawler beschreibt und behauptet, dass, wie es im Untertitel heißt, „Papst Franziskus seine Herde in die Irre führt“.

Es ist an dieser Stelle notwendig zu betonen, dass ein solches Urteil aus der Feder dieses Autors überrascht: Philip F. Lawler war viele Jahre ein publizistischer Verteidiger von Papst Franziskus. Auch ist der Autor niemand, der die tridentinische Liturgie bevorzugen würde. Lawler ist kein „Traditionalist“, wohl aber überzeugter Katholik.

Das auf Deutsch nun im Renovamen-Verlag erschienene Buch lässt bereits in der Einleitung keinen Zweifel daran aufkommen, dass Lawler auf dem Boden der Lehre der katholischen Kirche steht. Der erste Satz ist sein Bekenntnis zur Treue zum Lehramt der Kirche, das im Papst geradezu personalisiert wird: „Jeden Tag bete ich für Papst Franziskus“, betont Lawler. Und wie ernst es ihm ist, geht auch aus dem folgenden Satz hervor: „Wenn der Heilige Vater mich wegen meiner Sünden tadeln würde, hätte ich keinen Grund, mich zu beschweren.

Lawler bekennt sich also von vornherein als Sünder und treuer Sohn seiner Kirche. Und er leidet. Er leidet, weil er spürt, dass der Papst Katholiken wie ihn offenbar nicht gutheißt. „Jeden lieben langen Tag beschimpft mich der Papst – und unzählige andere tausende gläubige Katholiken – in den Predigten seiner Morgenmessen in der Vatikanresidenz Casa Santa Marta, weil wir an den Wahrheiten festhalten, die die Kirche immer gelehrt hat und für die wir manchmal leiden.

Damit steht Lawler nicht allein. Viele Katholiken sehen es ähnlich – und auch viele Nichtkatholiken. Besonders jene freilich, die versuchen, die tradierten Lehren und Gebote zu halten, fühlen sich vom Papst ausgegrenzt, weil er ihnen sage, sie seien „rigide“, „Gesetzeslehrer“ und „Pharisäer“, die es sich „mit ihrem Glauben bequem“ machen wollen.

Philip F. Lawler ist im Katholizismus zu Hause. Er wurde in der Nähe von Boston geboren. Er studierte unter anderem an der Harvard University, wandte sich dem Journalismus zu und gründete mit CWN (Catholic World News) den ersten englischsprachigen katholischen Nachrichtendienst im Internet. Er war Director of Studies bei der Heritage Foundation, einer „Denkfabrik“ für die politische Elite der USA, und trat im Jahr 2000 selbst als Kandidat für den US-Senat gegen Senator Ted Kennedy an. Ebenso war er einige Jahre als Herausgeber der renommierten internationalen Monatszeitschrift „Catholic World Report“ tätig. Lawler, Vater von sieben Kindern, ist Pro-Life-Aktivist und lebt mit seiner Frau in Massachusetts. Von ihm sind unzählige Essays, Buchrezensionen und Kolumnen in über 100 Zeitungen erschienen.

Man kann sein Buch „Der verlorene Hirte“ für anmaßend oder falsch oder beides halten, genau wie „Der Diktator-Papst“. Manchen Katholiken gehen schon diese Begriffe viel zu weit, besonders frommen und kirchentreuen Katholiken stoßen sie als despektierlich auf.

Dennoch sind es gerade auch sie, die praktizierenden Katholiken, wie immer mehr auch Theologen und Priester, die sich daran reiben, wie unklar und widersprüchlich bisweilen der Papst spricht und agiert. So war es vielleicht notwendig, dass dieses Buch geschrieben wurde, zumindest dahingehend, dass zur Sprache kommt, statt gefährlich verdrängt zu werden: Die Menschen wollen verstehen, denn sie erkennen die aufgetretenen Probleme. Sie wollen das Tun, die Aussagen und Entscheidungen des Papstes einordnen können, gerade wenn sie auseinanderklaffen. Und dazu ist dieses Buch sehr geeignet.

Lawler hat herausgefunden, dass für ihn und andere Katholiken so manche öffentliche Äußerung des Papstes nur mit Mühe mit den überlieferten und verankerten Lehren der Kirche in Einklang zu bringen sind. Im Laufe der Jahre, so stellte er fest, nahmen diese für ihn „problematischen Aussagen“ immer mehr zu.

Es wurde für Lawler – als steten Verteidiger des Papstes – immer schwerer, verstehen zu können, wie er dessen Behauptungen mit der Lehre der Kirche in Übereinstimmung bringen und auch so erklären konnte. Zu viele Konflikte und Spannungspunkte bauten sich auf.

Wie die Aussagen von Franziskus über die Ehe, das Sakrament und die Barmherzigkeit inzwischen von vielen in die Praxis umgesetzt werden, ist dafür ein besonders klares Beispiel: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass Geistliche in einigen Teilen der katholischen Welt bereits still und heimlich damit begonnen haben, geschiedene und wiederverheiratete Katholiken zu ermutigen, die Kommunion zu empfangen.“ Mit dem Blick auf den „deutschsprachigen Raum“ stellt Lawler fest, dass „laxe pastorale Praktiken zur Regel“ würden. Dem wird konkret niemand widersprechen können. Die Frage ist eher, ob dies als „lax“ betrachtet wird, oder eben als barmherzig.

Der Autor dieses – auch und gerade, wenn man als Leser nicht zustimmt – spannenden und in seinen Argumentationen stellenweise nicht widerlegbaren Buches will den Lesern eine Perspektive auf die aktuelle Krise aufzeigen. Lawler ist kein Extremist oder Spinner. Er behauptet nicht, dass Franziskus ein Antipapst oder ein Ketzer sei, und er sagt auch nicht, dass wir uns dem Ende der Welt nähern oder gerade den Zusammenbruch des Katholizismus erleben. Allerdings erkennt er, wie wohl jeder Katholik, dass wir in einer Krisenzeit leben. Und er behauptet: Wenn ein Papst den Lehren der vorherigen Päpste widerspricht, untergräbt er seine eigene Autorität – und verwirrt als Hirte seine Schafe.

Lawler behauptet auch, dass Papst Franziskus durchaus verstehe, dass er Wellen schlägt und aneckt, dass er die Dinge im Innern der Kirche stört. Doch er bezweifelt, dass Franziskus die bereits aufgetretenen Spannungen – oder sind es schon Spaltungen – anerkennen würde, obwohl sie kaum noch zu ignorieren sind. Lawler zeigt sich verwundert, wie oft der Papst mit harscher Sprache diejenigen in der Kirche beschreibt, die mit ihm nicht einverstanden sind.

Während im Deutschland der Mainstream-Medien – zumindest in den ersten Jahren des Pontifikates – das Bild von Papst Franziskus als das eines angenehmen, lockeren und mitfühlenden Mannes vermittelt haben, unterscheidet sich dieses Empfinden mittlerweile erheblich bei vielen, die näher am Geschehen sind. In der römischen Kurie genauso wie im Alltag der Weltkirche andernorts.

Keine Frage: Philip F. Lawler zeichnet letztlich in „Der verlorene Hirte“ Franziskus als einen die Regeln der Kirche verwirrenden, Verwirrung stiftenden Papst. Nur bei „einer anderen Sache“, schreibt er, sei Franziskus „ganz bewusst und methodisch vorgegangen“. Durch die Ernennung von Kardinälen, „die seine Ansichten befürworten“, schaffe er nicht nur eine „Gleichschaltung des Kardinalskollegiums“, sondern arbeite gezielt daran, dass diese Kardinäle „nach dem Ende seines Pontifikates einen Mann wählen, der seine Politik fortsetzen“ würde. Und dies sei „der wichtigste Aspekt“ des päpstlichen Planes: „die Veränderungen innerhalb der Kirche ‚unumkehrbar‘ zu machen“. Zumindest dieser These werden viele Unterstützer wie Kritiker zustimmen können.

 

gefunden auf Tu Domine - Du, Herr, wirst uns bewahren


"Die alte Zeit ist zu Ende"

 

So lautet die Überschrift des "Wort des Bischofs zum 1. Januar 2019", vom Essener Bischof Dr. Franz Josef Overbeck, zu verlesen in allen Gottesdiensten seines Bistums.

 

"Es ist klar, dass es grundlegende Missstände in unserer Kirche gab und immer noch gibt, die es dringend zu überwinden gilt. Die Unruhe und der Zorn vieler Menschen zeigen, dass wir vor einer kirchlichen Zeitenwende stehen. Viele Themen stehen auf der Tagesordnung, die schon seit Jahren kontrovers diskutiert werden: Angefangen vom Verständnis des Weiheamtes und den damit verbundenen hierarchischen Strukturen, vom Zölibat über eine männlich dominierte und priester-orientierte Kultur bis hin zum Ausschluss der Frauen von den Ämtern sowie nicht zuletzt viele Fragen der Sexualmoral." heisst es dort.

 

So widerlich und verabscheuungswürdig die Taten einiger weniger im Klerus selbstverständlich sind bzw. waren, so dient die öffentliche Entrüstung mal wieder dazu, vieles, was in der Katholischen Kirche lehrmässig und heilig ist, auf dem Altar des Zeitgeistes zu opfern.

 

Peter Winnemöller macht sich in seinem Blog "Katholon" einige Gedanken über das Schreiben des Bischofs.

Sein Fazit lautet: "Das Fazit aus dem Brief des Bischofs von Essen ist sehr leicht auf den Punkt zu bringen. Die in einer Körperschaft öffentlichen Rechts verfasste Kirche in Deutschland befindet sich in Fragen des Glaubens und der Sitten weiter auf dem absteigenden Ast. Der Bischof konstatiert, dass inzwischen Menschen über den Austritt aus der Kirche nachdenken, die sich das bislang nicht vorstellen konnten. In einer anderen als der vom Bischof vermutlich gedachten Art, trifft dies ebenfalls zu. Denn es ist eine stetige Frage unserer Tage und mit beinahe jedem derartigen Bischofswort, wie jetzt aus Essen zu vernehmen, wird sie drängender, wann es zum moralischen Gebot werden könnte, diese Körperschaft nicht weiter durch die Kirchensteuer finanzieren zu dürfen."

 

Wort des Bischofs

 

Katholon


Erfahrungen mit der "Alten Messe"

 

Hier sind zwei bemerkenswerte Berichte über die Erfahrungen, die die Betroffenen mit der Messe im überlieferten Ritus gemacht haben:

 

Erste Begegnung mit der "alten Messe"

P. Bernward Deneke

(Pater Bernward Wilhelm Deneke (*1968 in Düsseldorf) wurde 1993 zum Priester für die Priesterbruderschaft St. Petrus geweiht. Seither ist er unter anderem am Internationalen Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad und an der Wallfahrtskirche St. Pelagiberg (Schweiz) tätig. Er ist derzeit Präfekt für die geistliche Formung im Priesterseminar St. Petrus)

 

Es sind allem voran bestimmte Begegnungen, die unserem Leben Richtung und Prägung geben. Begegnungen, die aus dem flüchtigen Grau-in-Grau des Alltags hervorstechen. Die ihr Zeichen tief in Seele und Herz drücken. Und die uns wie verwandelt entlassen. Rückblickend erkennen wir sie als Fügungen göttlicher Vorsehung; als Wege der Gnade hin zum Leben in Fülle.

Die bescheidene Begegnung, von der hier die Rede sein soll, ereignete sich 1985 in meiner Jugendzeit in einer Kapelle. Deren Besonderheit liegt nicht in hohem Alter und bedeutenden Kunstschätzen, sondern darin, daß sie zur Versammlungsstätte jener Katholiken geworden ist, die die heilige Messe im "alten Ritus" besuchen wollen.

Der Verfasser dieser Zeilen hatte eigentlich keine Veranlassung, sich in den Kreis solcher Außenseiter zu begeben. Selbst Ministrant in seiner Pfarrei und aktiv in deren Jugendgruppen, war er im "normalen" kirchlichen Leben zuhause und vertraut mit der Form des Gottesdienstes, die er von Kindertagen an als einzige kennengelernt hatte. Warum etwas Neues, auch wenn es das Ältere wäre?

Aber einige Vorkommnisse, teils abschreckender, teils erfreulicher Art, trieben zur Suche an und drängten mit wachsender Eindeutigkeit auf den Pfad der Tradition. So erlebte er auf der einen Seite die offene In-Frage-Stellung von Glaubenswahrheiten im Religionsunterricht und Abstoßendes in der Jugendarbeit und in Jugendgottesdiensten, an deren Gestaltung er selbst Anteil hatte. Auf der anderen Seite standen Begebenheiten, die neue Horizonte eröffneten: eine intensiv religiöse Wallfahrt, die Entdeckung und Pflege "altertümlicher Frömmigkeitsformen" (besonders des Rosenkranzgebetes) sowie die Lektüre wahrhaft katholischen Schrifttums.

Zum ersten Mal wurde der Glaube hier in seiner erregenden Größe und Schönheit, in seinem bindenden und bannenden Anspruch erfahren. Schwindelerregend hoch und abgrundtief, erhaben und innig zugleich erschien die Lehre von der eucharistischen Gegenwart Jesu und von der unblutigen Vergegenwärtigung Seines Liebes- und Lebensopfers in der heiligen Messe. Warum nur waren dem praktizierenden und engagierten Jugendlichen alle diese Wahrheiten so lange beinahe vollständig vorenthalten geblieben? Und wo fanden sie überhaupt einen angemessenen Ausdruck? Im gewohnten gottesdienstlichen Leben jedenfalls war davon wenig auszumachen. Trotz - oder vielmehr: wegen? - der vielgepriesenen "Verständlichkeit" der neuen Liturgie.

So wurde der Wunsch unabweislich, das, was bisher nur vom Hörensagen her bekannt war, mit eigenen Augen und Ohren mitzuerleben: die "alte Messe". War sie, die von den Bauleuten Verworfene, nicht schon durch die bloße Kunde zum Eckstein im Herzen des Suchenden geworden?

Fast immer erspäht der junge Mensch in neuer Umgebung zuerst, was er denn da für Leute um sich habe. Erfreulich war die Entdeckung, daß sich in der Kapelle alle Altersstufen einfanden; und daß es sich keineswegs um lauter religiöse Fanatiker und frömmelnde Exzentriker (die es natürlich auch gab) handelte. Die Formen der Ehrfurcht, im pfarrlichen Leben auf ein kaum noch zu unterbietendes Minimum reduziert und nur von wenigen Randexistenzen beibehalten, hatten bei diesen Gläubigen so gar nichts Übertriebenes an sich. Reine Selbstverständlichkeiten.

Und dann die heilige Messe selbst. Der Neuling sah sich einer eigenen Welt gegenüber. Die war ihm noch weithin verschlossen. Aber in ihrer erfüllten Stille und im erahnten Tiefsinn der Zeichen übte sie eine unaufdringliche und zugleich kraftvolle Anziehung aus. Bis auf die Predigt, weit und wogend wie das Meer, machte dieser Gottesdienst nicht den Eindruck eines Vortrages von Mensch zu Mensch, sondern einer Handlung, genauer noch: einer Begegnung.

Die Haltung und Ausrichtung des Zelebranten, der Ministranten und Gläubigen ließen keinen Zweifel mehr darüber, wer da im Mittelpunkt stand. Es fiel gar nicht schwer, an die wirkliche und persönliche Gegenwart des Erlösers in Seinem Opfer zu glauben. Alles redete ja davon. Alles lenkte die Aufmerksamkeit auf Ihn hin.

Anstatt seine Person hervorzuheben, verschwand der Priester nahezu. Er tauchte gleichsam in dem liturgischen Vollzug unter und ging völlig auf in der Stellvertretung des einen Hohenpriesters Jesus Christus. Aus der Hinwendung zum "Geheimnis des Glaubens" heraus wandte er sich dann auch den Gläubigen zu. Aber ohne den Blick auf den Herrn zu verstellen. Keine störenden subjektiven Einlagen. Die heilige Messe hatte nicht das Gesicht ihres menschlichen Zelebranten. Sie war theozentrisch, christozentrisch.

Endlich hatte der Sucher den Ausdruck jenes eucharistischen Glaubens, der aus den Worten und Gebeten der Heiligen spricht, gefunden! Wohl waren die Zelebrationsrichtung, die lateinische Kultsprache und die lang empfundenen Phasen des Schweigens für den an Verständlichkeit und Abwechslung gewöhnten Meßbesucher zunächst fremdartig. Durch den Entzug äußerer Beschäftigungen sah er sich plötzlich auf sein eigenes, armes Inneres zurückgeworfen: auf die Leere, den schwachen Glauben, die verkümmerte Fähigkeit zur Anbetung...

Doch gerade dadurch kam auch die Einsicht: Die heilige Messe ist eben ein Mysterium; ein Geheimnis, das nicht dem Fassungsvermögen des Menschen angepaßt werden darf, sondern dem sich dieses Fassungsvermögen durch die Gnade und eigenes Bemühen mehr und mehr anpassen soll. Der innerste Mittelpunkt des Glaubenslebens kann nicht nach den Maßstäben Fernstehender gestaltet werden. Nur dem gläubigen Mitvollzug erschließt er sich nach und nach. In das wahrhaft Große wächst man erst mit der Zeit hinein. Der Blick muß geläutert, das übernatürliche Sensorium geschärft werden. Dann beginnt das Abenteuer immer neuer, immer noch herrlicherer Entdeckungen.

Diese erste Begegnung läutete für den Verfasser eine Entdeckungsreise ein, die bis heute kein Ende gefunden hat. Auch die spätere "Gewöhnung" an den traditionellen Meßritus im Priesterseminar und als Priester hat daran nichts geändert. Während das Moderne in seiner Ausrichtung auf den "Menschen von heute" veraltet, offenbart das Alte sich in ewiger Jugend, denn es ist in erster Linie ein "Hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut" (Stufengebet der hl. Messe). In der Begegnung mit diesem Wunderwerk des Glaubens findet das abenteuerliche Herz, was es sucht: den unerschöpflichen Reichtum des Lebens in der Begegnung mit dem Herrn.

 

(Quelle: http://www.kath-info.de/altemesse.html)

 

 

Andreas Kobs lebt in Berlin und arbeitet als freier Journalist:

 

Mein Weg zur Kirche durch die alte Liturgie

Oft bieten besondere und außergewöhnliche Gottesdienstformen auch beson­dere Anknüpfungspunkte für Menschen, die zu den gängigen Litur­gie­for­men der Gemeinden wenig Zugang finden  –  sowohl für schon Gläu­bige als auch für Suchende. Zu den beiden Polen „Tradition“ und „Experi­ment“ haben wir jeweils einen unserer Autoren gefragt:  Was macht für Sie persön­lich die Faszination und den Reichtum dieser Gottesdienste aus?

Für Andreas Kobs war das Erleben der tridentinischen Liturgie im Institut St. Philipp Neri in Berlin für seine Annäherung an die Kirche bedeutsam, wie er in seinem Erfahrungsbericht erzählt.

Als ich die heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ri­tus das erste Mal besuchte, gab es diesen Begriff noch nicht. Er wurde erst ein halbes Jahr später erfunden. Bis dahin sprach man von der alten, der lateinischen oder auch der tridentinischen Messe. Mich interessierte das nicht. Ich war nur der Empfehlung eines flüchtigen Bekannten ge­folgt und konnte mit keinem dieser Begriffe etwas anfangen.

Für mich war es bereits der dritte Anlauf, nach 15 Jahren wieder regel­mä­ßig zur Kirche zu gehen. Meine ersten Gottesdienst-Erfahrungen hatte ich als Kind und Jugendlicher in den 80er Jahren machen dürfen. Ich war zu dieser Zeit kein begeisterter Kirchgänger gewesen, aber es hatte gereicht, um zur Erstkommunion und zur Firmung zugelassen zu werden. Die Idee, einer Messe in lateinischer Sprache beizuwohnen, hätte ich schon im Ansatz nicht verstanden.

Nach der Firmung war für mich bald Schluss mit der Kirche. Das Singen von Liedern, die Lesungen und Predigten konnten mich nicht halten. Ich war auf dem Weg, erwachsen zu werden, und die Kirche schien mich da­bei nicht begleiten zu können. Ihre Antworten stellten mich nicht zufrie­den, und meine Fragen schienen sie zu überfordern. Gott war etwas für die Schwachen. Ich setzte meine Hoffnung auf die Philosophie. Die Kir­che ließ mich kampflos ziehen.

Auf Umwegen fand ich nach langer Zeit und mit zunehmender Verwun­derung den Weg zurück. Die Philosophie hatte das, was ich mir von ihr versprochen hatte, nicht halten können. Sie konnte nicht das Ziel meiner Suche sein, denn ich suchte Worte des ewigen Lebens. Über Nietzsche, Platon, Marc Aurel, Boethius, Tertullian und Augustinus kam ich zu der Erkenntnis, dass die Lehre der katholischen Kirche besser als jede andere geeignet war, mein Leben sinnvoll zu beschreiben.

Weltanschaulich war ich also mit der Kirche schon mal einverstanden. Grundsätzlich war ich dabei auch bereit, den dreifaltigen Gott zu einer bestimmenden Größe in meinem Leben werden zu lassen. Jetzt musste ich ihn nur noch persönlich kennenlernen. Was mir fehlte, war das Ver­ständnis für die Glaubenspraxis, das Beten, die Gottesdienste und die Sakramente. Von außen betrachtet machten sie keinen Sinn für mich. Ich wollte wissen, ob das von innen anders sein könnte.

Meine ersten Annäherungsversuche an die alte Liturgie verliefen daher in der Form der teilnehmenden Beobachtung. Ich wollte dabei sein, mit­tendrin, mir alles anschauen, lernen und verstehen. Ich sah den feierli­chen Schmuck der Kirche, den Altar, die Messgewänder, die rituellen Handlungen, die Kniebeugen vor dem Altar. Ich hörte die Schola den Choral singen und die Gemeinde im Wechselgesang antworten. Alles war ein einziger Gesang, der in eine große Stille mündete. Ich fand es wunderschön.

Die Bewegungen und Handlungen des Priesters und der Ministranten wa­ren von Sorgfalt und Ernsthaftigkeit geprägt. Sie folgten einer ge­heim­­nisvollen Ordnung, die ich nicht verstand und hinter der sie ganz zurücktraten. Die Form stand in ihrer Einheit ganz für sich. Es gab keine erklärenden Einschübe, keine Paraphrasen, keine niedrigschwelligen Angebote und keine Übersetzungen. Wer hier mitwollte, der konnte das nicht im Vorbeigehen erledigen. Es würde also Anstrengung kosten.

Die Messe wirkte selbstbewusst, bedeutungsvoll, und sie verwies in allem ganz auf Gott. Ich konnte sehen, wie die Menschen am Altar und in den Bänken ganz auf den hin orientiert waren, den ich nicht sehen konnte. Ich konnte es selber nicht ermessen, merkte aber am Verhalten der Menschen, die mich umgaben, dass sie etwas Großem beiwohnten. Sie verhielten sich tatsächlich so, als ob sie in der Gegenwart Gottes stünden, des gekreuzigten Königs der Könige.

Ich nahm die Eindrücke mit nach Hause: noch lange nicht überzeugt, aber verwundert und neugierig genug, um der Sache weiter auf den Grund zu gehen. Viele Fragen waren offen, nicht nur in Bezug auf den Sinn und Zweck dieser sonntäglichen Zusammenkunft, sondern auch in Bezug auf Dogmen und Moral der Kirche. Die Zeit, die ich brauchte, um diese Fragen zu beantworten, erkaufte ich mir durch einen Vorschuss an Vertrauen, den ich der Kirche gewährte: Ich nahm mir vor, nicht sofort nein zu sagen, wo ich nicht ja sagen konnte.

Von der Messe angezogen, entschloss ich mich, von jetzt an öfter zu kommen, um über Gott und seine Kirche nachzudenken. Die Atmo­sphäre schien mir dafür geeignet zu sein. Sie befreite mich: Ich kam aus meinem Alltag raus, zur Ruhe und in eine neue Welt. Ich wusste natür­lich, wo ich war, was mich aber umgab und was ich nicht kannte, ließ ich im Nachdenken über Gott und seine Kirche am Horizont vorbeiziehen. Ich musste nicht mehr abbeißen, als ich kauen konnte. Auch das war eine große Freiheit.

Ich gewöhnte mich an den Ablauf der Messe als stiller Beobachter. Die Menschen in den Bänken gaben mir immer noch Rätsel auf. Ich wusste, warum ich hier war, aber ich hatte keine Vorstellung, warum sie hier waren. Die Gemeinschaft, das Singen, das Beten, das Knien. Was sollte das? Mein erster Verdacht war es, dass es sich hier um einen Akt ge­mein­schaftlicher Selbstvergewisserung handeln müsse, durch den die eigene Weltanschauung immer wieder neu gefestigt werden sollte. Doch das überzeugte mich bei näherer Betrachtung nicht.

Die Gemeinschaft der Menschen stand zu wenig im Mittelpunkt, um ein tragendes Erlebnis werden zu können. Es musste also etwas anderes ge­ben, was diese Menschen jeden Sonntag in die Kirche brachte. Was, über­legte ich mir, wenn auch sie nur hier wären, um eine Beziehung zu Gott aufzubauen, und was, wenn sie mir dabei schon einen Schritt vor­aus wären? Ich begann, mich mit ihren Gesängen und Gebeten näher zu befassen, und lernte zunächst, das Paternoster und das Credo frei zu singen, um es immer bei mir zu haben.

Ich kannte nicht das Wort von Augustinus: „Wer gut singt, betet dop­pelt“, aber ich war von Anfang an beeindruckt von den lateinischen Ge­sängen des Chorals. Wie die großen Kathedralen schien auch er die Jahrhunderte einer Kirche zu bezeugen, die für sich in Anspruch nahm, die Zeit, den Erdkreis und den Himmel in Ewigkeit zu umspannen. Ich hätte in der gleichen Bank mit Thomas von Aquin sitzen können, und wir beide hätten die gleiche Messe mitfeiern können. Der Gedanke gefiel mir. Die Zeit hätte uns nicht getrennt.

Ich begann, in der Schola zu singen, und lernte, singend zu beten, und das Gebet wurde der Schlüssel zum Verständnis der Messe. Der Umfang der Gesänge erstaunte mich sehr. Es gab nicht nur die ständig wieder­keh­renden Gesänge der Messe in verschiedenen Melodien. Jeder Sonn­tag, jedes Hochfest und jedes Heiligenfest hatte eigene Gesänge, die nur für diesen Tag festgelegt waren. Ihre Texte waren der heiligen Schrift ent­nommen, und in der Einheit mit den Tagesgebeten und den Lesun­gen prägten sie den einzigartigen Charakter der Messe.

Von alleine wäre ich ganz sicher nicht auf die Idee gekommen, Bibeltex­te zu beten. Ich wusste, dass sie zum Lesen taugten. Aber zum Beten? Hier wurden sie gebetet, denn wenn die Schola singt, dann betet sie. Mein Blick auf die Messe veränderte sich. Ich begann sie nicht nur als einen großen Gesang wahrzunehmen, sondern als ein großes Gebet, das aus den Ursprüngen des Glaubens geschöpft war. Keine Paraphrase konnte hier das Original ersetzen, denn jedes Wort hatte seinen Platz und seine Berechtigung.

Die Ehrfurcht vor den Texten der heiligen Schrift, der Lesungen und der Gebete ermutigte mich, die Worte einzeln und für sich zu betrachten. Was ich dabei an Geschwindigkeit verlor, gewann ich an Tiefe und Ein­sicht. Offensichtlich konnte man in der Betrachtung ziemlich weit mit ziemlich wenig kommen. Auch die Texte der Messe nahm ich nur in kleinen Mengen zu mir. Ich las sie in der deutschen Übersetzung vor der Messe und nahm nur das mit, was mein Kopf behalten konnte, um es in der Messe zu betrachten.

Die Einsichten, die ich durch die Betrachtung der Gebete und der heili­gen Schrift gewann, waren für mich von großem Wert. Sie halfen mir, mich ganz auf Gott auszurichten, so wie mir die Messgesänge halfen, mich selbst zu ordnen und zur Ruhe zu kommen, um still zu werden, den Alltag hinter mir zu lassen und in der Stille ganz auf Gott zu hören. Und als ich ruhig und still und ganz ausgerichtet war auf Gott, da war die Stille plötzlich nicht mehr leer, sondern angefüllt von ihm und seiner Gegenwart, und mich erfüllte große Zuversicht und Freude.

Die Erfahrung des Gebets erschütterte mich. Sie stellte mein Leben auf den Kopf, oder besser gesagt: vom Kopf auf die Füße, und ich wusste jetzt: Die Kraft der Messe liegt im Gebet, in der Gegenwart Gottes und in der Vereinigung mit ihm. Sie hatte mich zu einem Zeugen Gottes ge­macht, und ich verstand, was Menschen sonntags wirklich in die Kirche bringen kann: Das Verlangen, aus der Kraft Gottes zu leben und ihn zu bezeugen.

Die Messe erlaubte mir, von ihr zu lernen, als ich noch nichts von ihr verstand, nichts von Gott und nichts vom Gebet. Sie weitete meinen Blick, machte mir den Kopf frei und das Herz auf. Sie übte keinen Druck auf mich aus und ließ mich selbst in kleinen Schritten gehen. An ihrer Hand habe ich zum Glauben gefunden. Ich verdanke ihr mehr, als ich habe.

 

Quelle: εύangel | Magazin für Missionarische Pastoral

 

 


"Summorum Ponteficum" veröffentlicht heute folgendes:

 

 

Lebt und gedeiht: Die alte Messe  

 

Deutsche Bischöfe – seien es der Voll-Modernist Genn oder der schwankende Bischof Oster – können es nicht fassen: Statt wie erhofft abzusterben, findet die in den wesentlichen Formen seit 1500 Jahren unverändert gefeierte und allein die Fülle der Lehre zum Ausdruck bringende überlieferte Liturgie immer größeres Interesse bei jungen Leuten. Im Interview mit Julian Kwasniewski – richtig, auch da steht die nächste Generation schon in den Startlöchern – hat Erzbischof Sample erklärt, warum das so ist. Der volle Text ist am Montag auf New Liturgical Movement erschienen – hier einige der wesentlichen Aussagen.

 

Zu Wesen und Funktion des Priestertums: „Im Lauf der Zeit, insbesondere seit dem Konzil, gab es eine Reduktion im allgemeinen Verständnis dessen, was ein Priester ist und welchen Platz er innerhalb der Kirche hat. Viele Leute verstehen den Priester nach dem, was er tut – dort liegt für sie der Schwerpunkt. Auch da hat sich viel geändert, aber ich denke, der Durchschnittskatholik würde sagen, ein Priester feiert die Messe, er hört Beichte, er leitet die Pfarrei, er ist Verwalter. Das bedeutet: Man sieht die Funktion, nicht das Wesen. Doch darum geht: Was ist das Wesen des Priesters. Darum muß es gehen, denn alles was er tut, hat in diesem Wesen seine Ursache.

Und wer ist er nun? Er ist ein Mann, der von Gott dazu auserwählt ist und durch seine Berufung, durch das Sakrament der Weihe und durch Gebet und Handauflegung der Kirche sakramental Christus dem Hohenpriester gleichgestaltet ist. Damit verbunden ist eine ontologische Veränderung, denn seine Seele trägt dadurch auf ewig das priesterliche Siegel, so daß er in der Kirche seinen Dienst in persona Christi, ihres Hauptes, wahrnehmen kann. So besteht eine ganz enge Verbindung zwischen dem geweihten Priester und dem Hohenpriester Jesus Christus, er ist dazu aufgerufen, ein alter Christus, an anderer Christus zu sein. Alle Christen sind durch die Taufe dazu aufgerufen, Christus ähnlich zu werden, aber der Priester repräsentiert Christus in der katholischen Kirche auf eine ganz besondere Weise.

 

weiterlesen:


Hochmut kommt vor dem Fall:

 

Der Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn erklärte in einer Pressekonferenz zur kommenden Jugendsynode in Rom wörtlich: "Ich kann ihnen dezidiert sagen: Vorkonziliare klerikale Typen möchte ich nicht und werde sie auch nicht weihen". Dabei vergisst der Bischof offensichtlich, dass er selbst durch seine Weihe zum Bischof in einer langen Reihe "vorkonziliarer klerikaler Typen" steht, deren Ursprung einer der zwölf Apostel war.

 

hier:

 


lt. CNA Deutsch hat ein ehemaliger führender Nuntiatur-Mitarbeiter die Vorwürfe des ehemaligen Nuntius in Washington D.C, Vigano (s.u.) bestätigt:

 

Ehemaliger führender Nuntiatur-Beamter: 'Vigano sagt die Wahrheit'

 

hier


Beiboot Petri schreibt heute, 27.08.2018:

 

Sandro Magister berichtet über vorhergegangene Versuche des ehemaligen Apostolischen Nuntius Carlos Maria Viganò, die vatikanische Hierarchie über das Tun McCarricks zu unterrichten.

Und klärt bei Settimo Cielo auf, woher Viganò seine Kenntnisse über die früheren Verstrickungen McCarricks und Wuerl hat- nämlich aus seiner Zeit als er Mitarbeiter der Kurie war und Einblick in die Akten der in den USA zur Ernennung anstehenden Bischöfe hatte.
Hier geht´s zum Original: klicken


"DER EX-NUNTIUS IN DEN USA ÜBER DEN McCARRICK SKANDAL: "FRANZISKUS WUSSTE  ES.  ER MUSS ZURÜCKTRETEN"

In der Nacht vom 25. auf den 26. August- während Papst Franziskus in Dublin schlief, ist in der italienischen Tageszeitung "La Verità", im englischen "National Catholic Register"  und "Life Site News" und im spanischen "Info Vaticana" -von Marco Tosattim Edward Pentin, Diana Montagna und Gabriel Ariza- die schockierende Anklage des ehemaligen Apostolischen Nuntius Carlos Maria Viganò daß man  auf den höchsten Ebenen der Kirche- angefangen mit dem Papst selbst - seit langem über die skandalösen homosexuellen Praktiken des Nichtmehrkardinals Theodore McCarrick wußte, aber nicht entsprechend gehandelt hat.
Viganò war zwischen 2011 und 2016 Botschafter des Hl. Stuhls in Washington, nachdem er vorher zwischen 1998 und 2009 in Rom Delegierter für Päpstliche Repräsentanz war, mit der Möglichkeit die persönlichen Akten der Kandidaten für das Bischofsamt einzusehen. Und er hatte den Beweis, dass seit 2000 die Vatikanischen Autoritäten von der Nuntiatur der USA über das unmoralische Verhalten McCarricks informiert war, ohne, dass das seine Beförderung zum Erzbischof von Washington und zum Kardinal behindert hätte.

2006 hat Viganò persönlich dem damaligen Staatssekretär Tarcisio Bertone ein Dossier gegen McCarrick übergeben, das in den vorhergehenden Jahren von den damaligen Nuntii in den USA, Gabriel Montalvo und Pietro Sambi, zusammengestellt worden waren. So auch 2008, als er den höchsten vatikanischen Autoritäten einen Bericht übermittelte, den einer der aufmerksamen Ermittler des sexuellen Missbrauchs in den USA, Richard Sipe, verfasst hatte.
In beiden Fällen bekam er keine Antwort. Aber als die Informationen -man weiß nicht auf welchen Wegen- Benedikt XVI. erreichten, gab es eine Reaktion.
2009 und 2010 wurden -wie Viganò schreibt- folgende Sanktionen gegen McCarrick verhängt-

- Der Kardinal mußte das Seminar verlassen, in dem er  wohnte, es wurde ihm verboten öffentlich zu zelebrieren, an öffentlichen Versammlungen teilzunehmen, Pressekonferenzen zu geben, zu reisen mit der Verpflichtung ein Leben im Gebet und in Buße zu verbringen." 
Dann 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt, der am 23. Juni Viganò in Audienz empfing, der mittlerweile Nuntius in den USA geworden war. Der gibt heute die Worte wieder, die er damals sagte und die Reaktion des Papstes: 

"Hl. Vater, ich weiß nicht, ob Sie Kardinal McCarrick kennen, aber wenn Sie die Bischofskongregation fragen, dort gibt es ein dickes Dossier über ihn. Er hat Generationen von Seminaristen und Priestern verdorben und Papst Benedikt hat ihn verpflichtet, sich in ein Leben in Gebet und Buße zurückzuziehen. " 

Der Papst machte nicht den kleinsten Kommentar zu meinen so schwerwiegenden Worten und auf seinem Gesicht zeigte sich keinen Ausdruck von Überraschung, so, als ob die Sache ihm schon seit langer Zeit bekannt war und er wechselte sofort das Thema." 

Es ist eine Tatsache, dass Franziskus McCarrick nicht nur nicht verpflichtete, sich den Sanktionen zu unterwerfen, die Benedikt XVI. ihm auferlegt hatte, sondern hat an ihm bis vor ein paar Wochen als einem seiner Hauptberater bei den Ernennungen für die Schlüsselpositionen zur Umgestaltung der katholischen Hierarchie in den USA und zur Förderung seiner Protegés festgehalten. 


"Erst als er des Missbrauchs eines Minderjährigen beschuldigt wurde"- schreibt Viganò-" hat er Maßnahmen gegen ihn ergriffen."


Aber nach dem Urteil des Ex-Nuntius in den USA kann  der Fall für Papst Franziskus nicht abgeschlossen werden. Auf dem Höhepunkt seiner Anklageschrift schreibt Viganò:

"Franziskus hat das Mandat, das Christus Petrus gegeben hat- seine Brüder zu stärken- widerrufen.
Im Gegenteil, durch sein Handeln hat er sie geteilt und er führt sie in die Irre und ermutigt die Wölfe weiterhin die Schafe in der Herde Christi zu zerreißen. In diesem äußerst dramatischen Moment, in dem die universale Kirche ihre Irrtümer eingesteht und konsequent zum offen verkündeten Prinzip der Nulltoleranz steht, sollte Papst Franziskus der Erste sein, der den Kardinälen und Bischöfen, die McCarricks Missbrauch gedeckt haben, ein gutes Beispiel gibt und gemeinsam mit ihnen zurücktreten."

Viganòs "Zeugnis" ist sehr ausführlich und bezieht andere wichtige Kardinäle ein, von Pietro Parolin, üner Sean Patrick O´Malley bis Oscar Andrés Rodriguez Maradiaga .
Man sollte ihn unbedingt vollständig lesen."

Die Sanktionen wurde McCarrick vom damaligen Nuntius Sambi übermittelt. Aber sie wurden nie in die Praxis umgesetzt, mit voller Unterstützung durch den Erzbischof von Washingotn, Kardinal Donald Wuerl. der fortfuhr den Beschuldigten im Seminar seiner Diözese wohnen zu lasse und ihn mit allen Ehren zu behandeln, behauptet heute, niemals etwas von seinen Missetaten gewusst zu haben.
Quelle: Beiboot Petri

Eine neue Epoche in der Kirche?

 

Rorate Caeli kommentiert eine Äußerung, die ein Mitglied des magischen Kreises von Papst Franziskus, Father T. Rosicka, in einem von der Nachrichtenagentur Zenit (Update: die den Beitrag jetzt teilweise zurückgezogen hat) veröffentlichten Beitrag geschrieben hat.
Hier geht´s um Original:  klicken

"MITGLIED DES INNEREN KREISES DES PAPSTES: "DIE KIRCHE IN EINER NEUEN PHASE,  JENSEITS VON SCHRIFT UND TRADITION"

"Bitte lesen Sie die folgenden Worte aus dem Artikel, den Fr. Thomas Rosicka, der kanadische Priester, der eines der englisch-sprechenden Hauptmitglieder des inneren Kreises von Franziskus ist, geschrieben und den die Nachrichtenagentur Zenit am 31. Juli veröffentlicht hat:


  "Papst Franziskus bricht mit der Katholischen Tradition so oft er will, weil er "frei ist von fehlgeordneten Bindungen. "Unsere Kirche ist tatsächlich in eine neue Phase eingetreten:
mit dem Erscheinen des ersten Jesuiten-Papstes wird sie eher von einem Einzelnen offen 
  regiert als durch die Autorität der Schrift allein oder durch ihre eigenen Diktate aus Tradition plus Schrift."               


Das ist auf so vielen Ebenen erstaunlich, dass es schwer verdaulich ist: zuerst die Behauptung, dass die Kirche angeblich in eine "neue Phase" eingetreten ist, geführt von dieser neuen Art eines post-christlichen messianischen Führer, einer Art katholischen "Reverend Moon"; zum zweiten dieses erschreckende Zugeständnis, dass diese neue Art Führer einen tyrannischen Zugriff auf die Kirche hat, der völlig von der Schrift und der Tradition getrennt und unabhängig ist und über beide hinausgeht.

Lassen Sie uns dahin zurückgehen, was die Kirche heute über den Römischen Pontifex mit ihren ziemlich autoritären Worten im I. Vaticanum lehrt (Pastor aeternus):

Der Heilige Geist wurde den Nachfolgern Petri versprochen- nicht so, daß sie- durch diese Offenbarung- neue Doktrinen lehren könnten, sondern so, dass sie mit seiner Hilfe religiös und treu
das von den Aposteln übermittelte Glaubenserbe auslegen können. Tatsächlich wurde ihre apostolische Lehre von allen verehrenswürdigen Vätern angenommen und von allen Heiligen rechtgläubigen Lehrern verehrt und befolgt, weil sie sehr wohl wussten, dass dieser Stuhl Petri
immer von jedem Irrtum unbefleckt bleibt -in Übereinstimmung mit dem göttlichen Versprechen,
das Unser Herr und Erlöser dem Prinzen seiner Jünger gab: "Ich habe für dich gebetet, daß du nicht
scheitern mögest; und wenn du dich bekehrt hast, stärke deine Brüder."


                                                      *     *     *     *     *

Der Heilige Papst Pius X hat die Kirche angemessen gewarnt:

Aber für Katholiken wird das zweite Konzil on Nicäa immer Gesetzeskraft haben, wo es jene ver-
dammt, die es nach der unfrommen Art der Ketzer wagen, von den kirchlichen Traditionen abzu-
weichen, irgendwelche Neuigkeiten zu erfinden.....oder eine der rechtmäßigen Traditionen der
Katholischen Kirche durch Bosheit oder Handwerk umzustoßen; und Katholiken werden auch das
Bekenntnis des vierten Konzils von Konstantinopel als Gesetz anerkennen: Wir bekennen hiermit
die Regeln, die der Heiligen und Apostolischen Kirche durch die Heiligen und erlauchten Apostel,
göttlichen Interpreten, die Väter und Lehrer der Kirche vermacht wurden zu bewahren und zu h hüten. Weshalb die Römischen Pontifices Pius IV und Pius IX die Einfügung folgender Erklärung in das Glaubensbekenntnisses anordneten:
"Ich anerkenne und akzeptiere entschieden die apostolischen und kirchlichen Traditionen und andere Gebote und Konstitutionen der Kirche."


Hl. Pius X

Pascendi Dominici Gregis, 42

Quelle: Beiboot Petri

 

 

Summorum Ponteficum schreibt dazu:

 

 

Die Kirche bin Ich! Ich! Ich!

 

P. Thomas Rosica, der eine Zeit lang im Vatikan beschäftigt war und nun für dessen Öffentlichkeitsarbeit in Kanada tätig ist, hat am 31. Juli auf seiner Website eine lange Lobrede auf den gegenwärtigen Papst gehalten. Sie gefiel in Rom so gut, dass sie sogleich vom Nachrichtendienst Zenit.org vollständig übernommen wurde. Fazit und Kernaussage Rosicas:

Papst Franziskus bricht mit der Katholischen Tradition wo immer er will, denn er ist ‚frei von ungeordneten Bindungen‘. Tatsächlich ist unsere Kirche in eine neue Phase eingetreten: mit dem Erscheinen des ersten Jesuiten-Papstes wird sie ganz offen eher von einer Einzelperson regiert als allein durch die Autorität der Schrift oder die eigenen Grundforderungen aus Tradition plus Schrift."

Erst nach Tagen fiel den Leuten von Zenit auf, was sie da halboffiziell veröffentlicht hatten: Ein enger Vertrauensmann des Papstes hatte als Lob herausposaunt, was seine schärfsten Kritiker ihm vorzuwerfen sich kaum getraut hätten. Also strichen sie – natürlich kommentarlos – die beiden ersten Sätze dieses Absatzes. So waltete das Wahrheitsministerium seines Amtes – und der Papst, der doch in der Aussage Rosicas eine unerträgliche Verleumdung erblicken müsste, schweigt.

Auf der Seite Rosicas ist der Text derzeit noch vollständig abrufbar. Wir haben die Seite gesichert und stellen sie hier als PDF bereit. Die oben übersetzt zitierte Passage findet sich gelb hinterlegt ganz am Schluß.

In katholischen Webpublikationen hat seit gestern eine breite Diskussion der in jeder Hinsicht umstürzlerischen Thesen Rosicas eingesetzt. Hier einige Links:

https://onepeterfive.com/playing-with-fire-rosica-francis-and-the-spirit-of-the-antichrist/

http://wdtprs.com/blog/2018/08/insightful-observation-about-pope-francis/

https://rorate-caeli.blogspot.com/2018/08/member-of-francis-inner-circle-in.html

https://www.lifesitenews.com/news/fr.-tom-rosica-praises-pope-francis-reign-he-breaks-catholic-traditions-whe

 


Aus der St. Johannes-Kirche in Senden-Venne bei Münster kommt der schöne Erlebnisbericht eines Gläubigen, der zum ersten Mal an einer Alten Messe teilnimmt. Möge es vielen Menschen vergönnt sein, diese Gnaden zu erfahren...

 

Eindrücke eines (menschlich und katholisch "normalen" und intelligenten) Menschen, der zum ersten mal die Messe im Ordo Originis erlebt hat:

....."Vom ersten Moment an, mit dem Einzug, war ich in die Liturgie hineingenommen – ich glaube, das ist das richtige Wort. Von Papst Benedikt gibt es ein Wort: die Eucharistie ist der Himmel auf Erden – (oder so ähnlich formuliert). Und genau das war mein Erleben und das ganz große Geschenk dieser Feier. In der Wandlung ist Christus für mich spürbar gegenwärtig geworden. (...) Wie schon gesagt, ich wäre gerne zur Kommunion gegangen aber es war eigentlich nicht nötig. Christus war so lebendig da, auch in mir da, dass alles stimmig war. Himmel und Erde haben sich berührt – und ich habe nichts getan!!! Es war einfach Geschenk Gottes an mich.
 

Ab dem Vater unser habe ich im Grunde „durchgeheult“ und kann nicht mal wirklich sagen, warum. Normalerweise reagiere ich gar nicht sooo gefühlsbetont (und kann es vor allem bremsen). Es war, als ob mein ganzes Ringen und Kämpfen… „aufgelöst, aufgehoben“ wurde, Christus – den ganzen Himmel - so nah, so lebendig spüren zu dürfen, das ist nicht mit Worten zu beschreiben. Eine Art „himmlische Liturgie“.

Und ich muss nicht mal alles verstehen – gut, ich muss schon wissen, „wo“ wir sind aber dann reicht es, mich in das Geschehen, in die Liturgie fallen zu lassen."

weiter hier

 

Quelle: Alte Messe Mönchengladbach


Kardinal Müller hat in einem Interview mit "Catholic World Report" die Handreichung zum Kommunionempfang evangelischer Ehepartner kritisiert:

 

"Eine Gruppe der deutschen Bischöfe unter Führung ihres Präsidenten sieht sich als Trendsetter für den Weg der Kirche in die Moderne. Sie betrachten die Säkularisierung und die Entchristlichung Europas als irreversible Entwicklungen. Von daher ist die Neu-Evangelisierung – das Programm Johannes Pauls II. und Benedikts XVI. – in ihren Augen ein Kampf gegen den objektiven Verlauf der Geschichte gerade so wie Don Quixotes Kampf gegen die Windmühlen. Sie suchen für die Kirche nach einer Nische, in der sie in Ruhe überleben kann. Deshalb müssen alle Lehren des Glaubens reformiert werden, die dem Mainstream und dem gesellschaftlichen Konsens entgegenstehen.

Das Verlangen nach Spendung der Kommunion an Personen ohne den katholischen Glauben oder an Katholiken, die nicht im Stand der heiligmachende Gnade sind ist, eine Konsequenz davon. Als weitere Punkte stehen auf ihrer Tagesordnung: Segnungen für homosexuelle Paare, Interkommunion mit Protestanten, Relativierung der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe, die Einführung von viri probati und damit die Abschaffung des priesterlichen Zölibats sowie die Zustimmung zu sexuellen Beziehungen vor und außerhalb der Ehe. Das sind ihre Ziele, und um sie durchzusetzen sind sie sogar bereit zur Spaltung der Bischofskonferenz.

Die Gläubigen, die die Lehre der Kirche ernst nehmen, werden als „konservativ“ gebrandmarkt und aus der Kirche gedrängt sowie den Verleumdungskampagnen der liberalen und antikatholischen Medien ausgesetzt. Für viele Bischöfe ist die offenbarte Wahrheit und das katholische Glaubensbekenntnis nur Verfügungsmasse im innerkirchlichen Machtkampf. Einige von ihnen berufen sich auf einzelne Punkte der Übereinstimmung mit Papst Franziskus und glauben, dass derlei Aussagen in Interviews mit Journalisten oder Prominenten, die alles andere als katholisch sind, sie dazu berechtigen, selbst definierte und unfehlbare Glaubenswahrheiten (Dogmas) zu verwässern. … Heute ist es für viele Leute wichtiger, von den Medien akzeptiert zu werden, als die Wahrheit auszusprechen, für die wir doch auch Leiden hinnehmen müssen. … Die Anerkennung durch die öffentliche Meinung gilt heute als Kriterium für gute Bischöfe und Priester. Wir erleben eine Bekehrung nicht zu Gott, sondern zur Welt.

Das Staatssekretariat und der diplomatische Dienst des Heiligen Stuhls sind sehr wichtig für die Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den verschiedenen Staaten, aber die Kongregation für den Glauben ist wichtiger, weil sie die Beziehung der Kirche zu ihrem Haupt, von dem alle Gnaden ausgehen, betrifft.

Der Glaube ist notwendig für die Erlösung. Päpstliche Diplomatie kann viel Gutes für die Welt bewirken. Aber die Verkündigung des Glaubens und der Lehre darf nicht den Anforderungen und Bedingungen weltlicher Machtspiele untergeordnet werden. Im Glauben ist es völlig eindeutig, dass das Sakrament der heiligen Weihe in den drei Graden des Diakons, des Priesters und des Bischofs nur von einem getauften katholischen Mann gültig empfangen werden kann, denn nur er kann symbolisch und sakramental Christus als den Bräutigam der Kirche repräsentieren. Wenn freilich das Priestertum als eine Machtposition verstanden wird, dann kann diese Lehre von der Ausschließlichkeit der heiligen Weihe für Katholiken männlichen Geschlechts als Ausdruck von Diskriminierung gegen Frauen verstanden werden. Aber diese Perspektive von Macht und Sozialprestige ist falsch. Nur wenn wir die Lehren des Glaubens und die Sakramente mit theologischem Blick und nicht als Kategorien der Macht sehen, werden uns die Lehren des Glaubens bezüglich der natürlichen Voraussetzungen für die Sakramente der heiligen Weihe und der Ehe verständlich. Nur ein Mann kann Symbol für Christus als Bräutigam der Kirche sein, nur ein Mann und eine Frau können symbolische Darstellung des Verhältnisses von Christus zu seiner Kirche sein.“


Buchempfehlung:

 

Er verbrachte seine Tage in Armut, war aber kein Asket. Er legte sich wie ein Rebell mit der Obrigkeit an, beanspruchte aber selbst keine weltliche Macht. Er besaß Wunderkräfte und schien doch am Ende nicht einmal in der Lage, der Folter zu entgehen. Was fasziniert die Menschen bis heute an Jesus Christus? Mit dieser Frage begibt sich Bestsellerautor Peter Seewald auf Spurensuche in Israel und Palä-stina. Er spricht mit den Menschen vor Ort, befragt die antiken Quellen, prüft die biblischen Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt und erzählt eine mitreißend moderne Geschichte über jenen Mann, von dem ein Drittel der heutigen Weltbevölkerung glaubt, er sei Mensch und Gott zugleich.

„Ein großes Buch über Jesus Christus.“ Papst Benedikt XVI.


Stadtlauf in Bochum führt mitten durch Propsteikirche

So gut gefüllt war die Bochumer Kirche St. Peter und Paul wohl lange nicht mehr: Denn am Sonntag werden dort rund 2.500 "Besucher" erwartet. Die kommen allerdings nicht zum Gottesdienst.

Bistum Essen | Bochum/Bonn - 04.06.2018

 

Vom Haupteingang bis zum Altar und durch die Sakristei wieder raus: Die Route beim Bochumer Stadtlauf "Urban Trail" führt in diesem Jahr mitten durch die Propsteikirche St. Peter und Paul. Zu dem Laufsportereignis am kommenden Sonntag (10. Juni) werden rund 2.500 Teilnehmer erwartet, wie das Bistum Essen mitteilte. Die Läufer seien dazu eingeladen, im Gotteshaus zu verweilen, "Selfies" zu machen und die Atmosphäre des Kirchenraumes auf sich wirken zu lassen. Dadurch sollen laut Bistum Sport und Sightseeing miteinander verknüpft werden.

Blick hinter die Kulissen

Im Unterschied zu ähnlichen Laufveranstaltungen führt die Strecke des Bochumer "Urban Trails" nicht nur an bekannten Gebäuden vorbei, sondern mitten durch sie hindurch. Die in der Innenstadt gelegene Propsteikirche ist in diesem Jahr erstmals Teil des Stadtlaufes. Propsteipfarrei und Cityseelsorge wollen zu dem Anlass etwas "für alle Sinne" bieten, wie das Bistum angab: "Weihrauch riechen, Orgelmusik und Musik einer kirchlichen Marching Band hören, beeindruckende Lichtspiele durch die Kirchenfenster sehen". Der Weg durch die Sakristei nach draußen ermögliche zudem einen Blick hinter die Kulissen des Gotteshauses, hieß es weiter. "Wir wollen die Kirche für alle öffnen und zeigen, dass wir als Kirche als Kulturträger zur Stadt dazugehören", sagte Michael Diek, Pastoralassistent an der Propsteikirche.

Bei den "Urban Trails" handelt es sich um eine Serie von Entdeckungsläufen von rund 10 Kilometern Länge, die durch verschiedene deutsche Städte führen. Der Wettkampfcharakter steht dabei im Hintergrund, eine Zeitmessung existiert nicht. Wie die Veranstalter auf ihrer Webseite angeben, geht es vordergründig um den "Spaß am Laufen, das Erleben von Kultur und Sehenswürdigkeiten".

Die Propsteikirche St. Peter und Paul ist das älteste Gotteshaus der Stadt Bochum. Die 1547 errichtete spätgotische Hallenkirche ersetzte einen durch Feuer zerstörten Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert. Der Sakralbau war bis 1655 die einzige Kirche der Stadt und zählt darüber hinaus zu den zwölf ältesten Kirchen in Westfalen. (tmg)

 

Er sagte zu ihnen: »Es heißt in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.‹ Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!« Lukas 19,46

 


Einen sehr gelungenen Beitrag gibt es im Blog "Nachtgedanken" von Uwe Ley:

 

Gestern feierten wir noch Fronleichnam

Zweifelt wer daran, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist,bis daß in Deutschland, in den Großstädten eher als in kleinen der Ruf erschallen wird, daß aus Rücksicht auf den Islam auf öffentliche Fronleichnamsprozessionen zu verzichten sei? Ist nicht davon auszugehen, daß progressive Theologen und dann auch der eine oder andere Bischof sich couragiert so hervortuen werden? Wir Christen dürfen doch nicht die religiöse Gefühle Andersgläubiger verletzen durch die Aussage, daß wir in der Monstranz Gottes Sohn durch die Stadt trügen. Das klingt doch in muslimischen Augen blasphemisch!

Und seine eigene Kultur bewahren wollen, ist rektionär und fast schon verfassungsfeindlich- nicht umsonst werden PEGIDA und die Identitäre Bewegung bei uns verteufelt. Nein, offen sein für alle, das inkludiert eben, das Eigene zu mißachten und nur das Fremde als wertvoll!
In wie vielen kritischen Kommentaren zum Anhängen der Kreuze in öffentlichen Räumen lasen wir, daß das Eigentliche des Christentumes in der Bejahung von dem Multikultiexperiment bestünde und dafür sei das Zeigen des Kreuzes dysfunktional.
Typisch dafür ist das Statement der Leiterin des Neuen Museums München (Katholisch de am 24.5.2018):
"Direktorin Kraus erklärte, sie habe ihren Beschluss bereits dem Kunstministerium mitgeteilt. Es sei schwierig, "in einer zeitgenössischen Institution, die sich mit der Freiheit der Kunst beschäftigt, ein solches Zeichen zu setzen", begründete sie die Entscheidung. Zeitgenössische Kunst lebe davon, "alles zuzulassen und zu dulden". Sie sei unabhängig, wirke integrativ und achte Unterschiede. Insofern passe das Aufhängen des Kreuzes "nicht zusammen mit unserem Thema, mit der Aufgabe unseres Hauses".
Also, die Freiheit der Kunst erlaube es nicht, ein Kreuz aufzuhängen! Weil dies Museum die zeitgenössische Kunst bejahe, deren oberste Maxime sei, "alles zuzulassen und zu dulden",darf da kein Kreuz aufgehängt werden. Alles zulassen schließt eben das Kreuz Christi (und wohl die ganze christliche Religion) aus! Wie sehr müße dann doch erst eine Fronleichnamsprozession unterbunden werden! 
Wie lange wird es wohl noch Fronleichnamsprozessionen geben? Stehen die Kritiker, so geht das nicht weiter!, nicht schon Gewehr bei Fuß, um nach der Kreuzeskritik nun auch das Ende im Idealfall alle Prozessionen zu verlangen, denn um des Respektes vor den anderen Religionen dürfe  das Katholische nicht öffentlich anstoßerregend praktiziert werden!
Haben das nicht vorbildlich Kardinal Marx und der EKD-Vorsitzende schon praktiziert in ihrer Kreuzablegaktion aus Respekt vor dem Islam und kritisierten denn nicht auch Beide einmütig das Kreuzeaufhängenlassen durch die bayrische Staatsregierung? 
Wer wird wohl als erster Steine wider die Fronleichnamsprozession werfen? Sicher ein Gutmenschkatholik!     

Zusatz
BERGKAMEN. Eine Fronleichnamsprozession im Ruhrgebiet am heutigen Donnerstag findet aufgrund erhöhter Sicherheitsbestimmungen nicht statt  Junge Freiheit, 31.Mai 2018. Da die Gemeinde sich nicht in der Lage sah, die Sicherheitsbestimmungen zu realisieren, wurde die Prozession abgesagt. Warum bedarf es wohl da in Bergkamen so vieler Schutzmaßnahmen für diese Prozession und vor wem mußte sie so geschützt werden?   

Nachdem unserer amtierender Papst Franziskus in einem Interview mit seinem Freund und bekennenden Atheisten Eugenio Scalfari erneut für mehr als Stirnrunzeln gesorgt hat, indem er mitteilte, dass sich die Seelen der Sünder nach dem Tod einfach auflösen und damit indirekt die Existenz einer Hölle ausschloss, reagierte nun erneut Kardinal Burke und kommentierte diesen Vorgang in einem am Gründonnerstag erschienenen Interview im Nuova Bussola Quotidana als über das mittlerweile erträgliche Maß hinaus-gehend. Dieses Interview kann bei katholisches.info gelesen werden.

 


 Ein sehr interessanter Artikel ist bei Summorum-Ponteficum.de zu finden (http://www.summorum-pontificum.de/themen/glaubenskrise/1298-kirche-ohne-gott-und-gedoens.html).

 

Berichtet wird über ein Interview, dass der Deutschlandfunk mit dem Münchener Pfarrer Rainer Maria Schießler führte, dessen Aussagen jedem Christen, der sich der Tradition der katholischen Kirche bewusst ist, der seine Bibel kennt und versucht, den Geboten Gottes zu folgen,  klar werden lässt, warum die Kirche in dem Zustand ist, in dem sie sich heute befindet. Fragen zur Kommunion und konfessions-verschiedenen Ehen seien nur "Gedöns". Arme deutsche Kirche im Jahre 2018 A. D.


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Peter Kwasniewski, geb. 1971 in Chicago, lehrt z. Zt. Theologie als Professor am Wyoming Catholic College in Lander (USA).

ISBN 978-3-926377-42-5


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